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	<title>Advent</title>
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		<title>Weihnachten zwischen Krieg und Frieden: Eine Erinnerung an das Wesentliche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 14:48:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Traditionelles]]></category>
		<category><![CDATA[Advent]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frieden und Harmonie sind die ureigensten Bedürfnisse der menschlichen Natur – egal wo, egal wann.<span id="more-5205"></span></p>
<p>Es ist bitterkalt. Schlamm bedeckt die Wege, teils gefroren. Erschöpfung steht den Soldaten ins Gesicht geschrieben – auf beiden Seiten der Front. Es ist Dezember 1914, und die Hoffnung, Weihnachten zu Hause bei den Liebsten zu verbringen, schwindet mit jedem Tag.</p>
<p>Doch dann, an Heiligabend, geschieht das Undenkbare. An vielen Frontabschnitten in Belgien und Frankreich sowie in anderen Gebieten zwischen Nordsee und Schweizer Grenze kehrt Ruhe ein. Der Krieg macht Pause. Deutsche Soldaten entzünden Kerzen entlang der Schützengräben, die oft nur wenige Meter voneinander entfernt sind. Die Melodie von „Stille Nacht, heilige Nacht“ erfüllt die Luft, Briten stimmen ein mit „Silent Night“, und auch Franzosen und Belgier singen „Douce nuit“. Für einen Moment sind sie keine Feinde mehr, sondern Menschen, die ein Bedürfnis verbindet: Frieden.</p>
<p>Ein bayerischer Soldat schreibt in einem Brief an seine Eltern: „Zwischen den Schützengräben stehen die verhassten und erbittertsten Gegner um den Christbaum und singen Weihnachtslieder. Diesen Anblick werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“</p>
<p>Am ersten Weihnachtsfeiertag setzt sich der Weihnachtsfrieden fort: Briten und Deutsche spielen Fußball im Niemandsland, schneiden sich gegenseitig die Haare, tauschen kleine Geschenke und Lebensmittel. Inmitten von Kälte und Krieg wird Gemeinschaft gelebt. Glaube, Hoffnung und Menschlichkeit verbinden, wo zuvor Hass herrschte.</p>
<p><strong>Von der Front ins Heute</strong></p>
<p>Über 100 Jahre später leben wir in friedlicheren Zeiten. Und doch: Für manche fühlt sich Weihnachten weniger wie ein Fest des Friedens an, sondern eher wie ein emotionales Minenfeld. Bereits Anfang Dezember beginnt die „Schlacht der Geschenke“, und spätestens an den Feiertagen entladen sich Spannungen, die sich lange angestaut haben. Es scheint fast ironisch, dass gerade ein Fest der Liebe und Besinnlichkeit für so viele zu einer Quelle von Stress und Streit wird.</p>
<p>Doch was läuft schief? Vielleicht ist es der Wunsch, es allen recht zu machen, oder unser Streben nach Perfektion. Vielleicht fehlt uns auch die Geduld, die Toleranz, mit den Eigenheiten anderer umzugehen. Dabei könnte Weihnachten eine Gelegenheit sein, nicht nur die eigenen Grenzen kennenzulernen, sondern sie auch zu überwinden.</p>
<p><strong>Das Chaos umarmen</strong></p>
<p>Ein Anfang wäre, Missgeschicke mit Humor zu nehmen. Vor einigen Jahren trugen mein Vater und ich den Weihnachtsbaum in die Wohnung, schmückten ihn und freuten uns über sein prächtiges Aussehen. Doch am Abend begann der Baum, einen seltsamen Geruch zu verströmen. Nach einigem Rätseln entdeckten wir den Übeltäter: die Katze des Nachbarn hatte den Baum markiert, während er draußen lagerte. Es war chaotisch, aber genau dieses Fest bleibt mir bis heute in liebevoller Erinnerung.</p>
<p>Sind es nicht oft die kleinen Pannen, die uns Jahre später noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Vielleicht sollten wir uns öfter daran erinnern, dass Perfektion überschätzt wird und das wahre Glück im Unperfekten liegt.</p>
<p><strong>Toleranz üben</strong></p>
<p>Weihnachten bietet die ideale Bühne, um Toleranz zu praktizieren. Das lateinische Wort „tolerare“ bedeutet „erdulden“, und genau darum geht es: einander aushalten, Meinungen respektieren und Unterschiede annehmen. Es ist, wie Immanuel Kant sagte: „Lass doch einen jeden auf seinem Steckenpferd reiten, solange er dich nicht nötigt, mitzureiten.“</p>
<p>Wenn wir neugierig bleiben, Fragen stellen und nicht vorschnell bewerten, können Gespräche entstehen, die uns bereichern – selbst mit Menschen, die uns sonst herausfordern. Und vielleicht ist das der Schlüssel, um aus einer emotionalen „Frontlinie“ eine friedliche Gemeinschaft zu machen.</p>
<p><strong>Gemeinschaft am Tisch</strong></p>
<p>Der Tisch ist seit jeher ein Symbol der Zusammenkunft. Jesus feierte das Abendmahl mit seinen Jüngern. Im Ersten Weltkrieg saßen Feinde gemeinsam am Tisch und teilten Essen. Diese Momente zeigen: Gemeinschaft ist möglich, selbst unter den schwierigsten Umständen.</p>
<p>Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Vielleicht hat ein Familienmitglied plötzlich beschlossen, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Statt sich daran zu stoßen, lohnt es sich, das Positive zu sehen: Klöße und Rotkraut schmecken auch ohne Gans. Und wer sich ärgert, kann die Gelegenheit nutzen, an seiner eigenen Toleranz zu arbeiten. Denn ein guter Gastgeber ist nicht derjenige, der alles perfekt macht, sondern der, der Nähe und Herzlichkeit vermittelt.</p>
<p><strong>Zurück zum Wesentlichen</strong></p>
<p>Das Weihnachtsfest ist nicht in erster Linie eine Tradition, sondern eine menschliche Notwendigkeit. Seit Jahrhunderten vermittelt es Werte wie Hoffnung, Nächstenliebe und Gemeinschaft. Die immergrünen Zweige am Adventskranz symbolisieren Treue und Hoffnung, die Kerzen das Licht, das selbst in der tiefsten Dunkelheit leuchtet. Es sind diese Symbole, die uns daran erinnern, worauf es wirklich ankommt: nicht auf teure Geschenke oder perfekte Menüs, sondern auf das Miteinander.</p>
<p>Vielleicht sollten wir uns dieses Jahr fragen: Können wir den Tisch als Ort der Verbindung sehen, nicht als Schützengraben? Können wir uns öffnen für die Menschen um uns herum, mit all ihren Eigenheiten? Denn dann – und nur dann – können wahre Wunder geschehen.</p>
<p>Ich wünsche Euch eine Weihnachtszeit voller Frieden, Herzenswärme und unvergesslicher Momente.</p>
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			</item>
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		<title>Der Stollen: Vom faden Fastengebäck zum Weihnachtsklassiker</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/5201</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2022 06:29:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Brot, Brötchen, Kuchen & Gebäck]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsbäckerei]]></category>
		<category><![CDATA[Advent]]></category>
		<category><![CDATA[Butterbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Christstollen]]></category>
		<category><![CDATA[Fasten]]></category>
		<category><![CDATA[Stollen]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lichterglanz, Tannenbaum, Gesang und gemütlich besinnliche Stunden stimmen uns auf das Ende des Jahres – das Weihnachtsfest – ein. Zu den schönsten Beschäftigungen in dieser besonderen Zeit gehört das Backen. <span id="more-5201"></span></p>
<p>Aromen von fruchtigem Orangeat und Zitronat, sonnengereifte kalifornische Mandeln und der verführerische Duft von Zimt, Piment und Kardamom sind für die nächsten Wochen unwiderstehliche Begleiter.</p>
<p>Doch das war nicht immer so. „Exotische“ Nüsse, Früchte und Gewürze waren nur für die wohlhabende Bevölkerung erschwinglich und selbst dann galten in der Adventszeit die strengen Fastenregeln der Kirche – für alle.</p>
<p>Der Stollen findet erstmals 1329 in einem Schriftstück des Naumburger Bischofs Heinrich I. von Grünberg Erwähnung. Zu dieser Zeit war er ein kärgliches Backwerk, das lediglich aus Mehl, Wasser und Öl bestand und somit für die 40 Tage dauernde Adventsfastenzeit, die dem Weihnachtsfest vorausgeht, geeignet war. Denn im Mittelalter war die Kirche strenger, tierische Produkte waren in der Vorweihnachtszeit strikt verboten.</p>
<p><strong>Butterbrief</strong></p>
<p>Des faden Gebäcks überdrüssig wandten sich zu verschiedenen Zeiten etliche Landesherren an den Papst persönlich und baten um Aufhebung des Butterverbotes. Einige Jahre vergingen und letztlich reagierte Papst Innozent VIII. auf den Bittbrief von Kurfürst Ernst von Sachsen und seinem Bruder Albrecht der Beherzte.</p>
<p>Unter der Bedingung, jährlich den zwanzigsten Teil eines Goldgüldens zugunsten des Neuaufbaus des während eines großen Stadtbrandes im Jahr 1484 fast völlig zerstörten Freiberger Doms zu zahlen, erlaubte der sogenannte „Butterbrief“ von 1491 den Sachsen den Genuss von Butter in der Adventszeit.</p>
<p>Seitdem durfte gute, goldgelbe Butter anstelle von oftmals tranigem Rüböl im „Christbrot“ verwendet werden. Bald schon experimentierten die Bäcker mit weiteren Zutaten und feinen Gewürzen. Und so entwickelte sich der Stollen im Laufe der Jahre von einem faden Fastengebäck zu der Köstlichkeit, wie wir sie heute kennen.</p>
<p><strong>Überdimensionaler Stollen</strong></p>
<p>Der sächsische Herrscher August der Starke liebte prunkvolle Auftritte und das Zurschaustellen seiner Macht. So imponierte er während des Zeithainer Lustlagers 1730 seinen Gästen mit einem Riesenstollen: 3.600 Eier, 326 Kannen Milch sowie eine Tonne Weizenmehl verarbeiteten 60 Bäckerknechte zu einem sieben Meter langen und drei Meter breiten Backwerk. In einem eigens dafür gebauten Ofen wurde der Stollen gebacken und auf einem von acht Pferden gezogenen Wagen in das Lager gebracht. Mit einem 1,60 Meter langen Stollenmesser in 24.000 Portionen aufgeteilt, naschten die adligen Gäste aus ganz Europa sowie die Soldaten von dem riesigen Gebäck.</p>
<p>Dieses historische Ereignis wird seit 1994 von den Mitgliedern des Schutzverbandes Dresdner Stollen e.V. nachgestellt. Bei dem alljährlichen Stollenfest am Samstag vor dem 2. Advent fährt ein ähnliches Schwergewicht durch Dresdens Straßen. Nach dem Festumzug wird diese Sonderedition auf dem Striezelmarkt geteilt und neben anderem Naschwerk feilgeboten.</p>
<p>Ob eine der vielen regionalen Spezialitäten oder ein lang gehütetes Familienrezept – der Stollen gehört zur Weihnachtszeit wie das Amen in die Kirche.</p>
<p><strong>Butterstollen aus Dinkelmehl</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Zutaten für 2 Stollen</span></p>
<ul>
<li>1 kg Dinkelmehl Typ 630</li>
<li>400 g zimmerwarme Butter</li>
<li>250 g Zucker</li>
<li>3 Würfel frische Hefe</li>
<li>100 g Orangeat</li>
<li>150 g Rosinen</li>
<li>100 g Zitronat</li>
<li>100 g gehackte Mandeln</li>
<li>250 ml Milch</li>
<li>je eine gute Prise Salz, Kardamom, Muskat, Piment</li>
<li>zum Bestreichen: 250 g Butter und 100 g Puderzucker</li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;">Zubereitung</span></p>
<p>Rosinen zwölf Stunden in Wasser oder Rum einweichen. Mehl in eine große Schüssel füllen und in die Mitte eine Vertiefung drücken. Hefe hineinbröckeln und mit einem Esslöffel von dem Zucker bestreuen. Milch lauwarm erhitzen und etwa ein Drittel davon in die Vertiefung gießen und mit dem Hefe-Zucker-Gemisch und etwas Mehl vermengen, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Diesen Vorteig etwa 30 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.</p>
<p>Den übrigen Zucker und Milch mit den Gewürzen zufügen. Weiche Butter stückchenweise dazugeben und alles mit dem Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig verarbeiten, bis er Blasen wirft und sich leicht vom Schüsselrand löst. Teig abgedeckt an einem warmen Ort etwa 1,5 Stunden gehen lassen.</p>
<p>Auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche die eingeweichten Rosinen, Orangeat, Zitronat und Mandeln in den Teig einarbeiten. Den Teig halbieren. Jede Hälfte mit dem Nudelholz ein wenig flach ausrollen. Dann eine Seite bis knapp über die Mitte legen, sodass die typische Stollenform entsteht. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und an einem warmen Ort zugedeckt weitere zwei Stunden gehen lassen.</p>
<p>Nach der Gehzeit im auf 180 °C vorgeheizten Backofen auf der unteren Schiene circa 50 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Butter schmelzen und Stollen gleich nach dem Backen während des Abkühlens mehrmals damit bestreichen. Wenn er ganz abgekühlt ist, dick mit Puderzucker bestäuben. Wenn der Stollen ein paar Tage an einem kühlen Ort lagert, können sich die feinen Aromen optimal entfalten. Eingeweichte Rosinen und die Butter sorgen dafür, dass der Gaumenschmaus schön saftig bleibt. Guten Appetit!</p>
<p><strong>Tipp:</strong> Der Stollen behält seine Form, wenn Sie vor dem Backen einen Ring aus Alufolie um den Teig legen. Dafür ein langes Stück Folie mehrmals falten und zusammendrücken, sodass ein fester Streifen entsteht. Diesen um den geformten und gegangenen Stollen legen. An den Enden zusammendrücken und mit Büroklammern feststecken<img decoding="async" class="no-easylazy" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/c8d0b75b62024b2e96d66fbbb7cf83ec" alt="" width="1" height="1" />.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Guten Appetit!</span></p>
<p>&#160;</p>
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