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	<title>Märchen</title>
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	<title>Märchen</title>
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		<title>Gold, Pech und Lebenslektionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Dec 2021 13:11:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturelles]]></category>
		<category><![CDATA[Traditionelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frau Holle]]></category>
		<category><![CDATA[Gebrüder Grimm]]></category>
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		<category><![CDATA[UNESCOWeltdokumentenerbe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Geschichten zu erzählen ist eine Tradition, so alt wie der Mensch selbst. Sie überwinden Kulturkreise und Ländergrenzen und haben die Kraft, uns zu verbinden. Ernstes wird mit Leichtigkeit und Humor vermittelt, und so können Geschichten unser Leben bereichern und uns in unserer Entwicklung voranbringen.<span id="more-4638"></span></p>
<p><strong>Weihnachtszeit ist Märchenzeit</strong></p>
<p>Weihnachten ist für mich die Zeit, in der Märchen ihren ganz besonderen Zauber entfalten. An den Wochenenden gönne ich mir eine große Tasse heiße Schokolade, dazu Zimtsterne, Butterstollen oder Lebkuchen, und mache es mir auf der Couch gemütlich. Dann tauche ich ein in die Welt der Märchen, die mich seit meiner Kindheit begleiten. Auch wenn ich fast alle Geschichten in- und auswendig kenne, fesseln sie mich jedes Mal aufs Neue. Ich leide mit den Helden, freue mich über die Siege der Guten und verliere mich in den zeitlosen Botschaften. Für Märchen, davon bin ich überzeugt, ist man nie zu alt.</p>
<p><strong>Frau Holle – eine Geschichte, die bleibt</strong></p>
<p>Eines der Märchen, das für mich untrennbar mit der Weihnachtszeit verbunden ist, ist „Frau Holle“. Es ist eines der bekanntesten Werke der Gebrüder Grimm und erfreut sich besonders in der kalten Jahreszeit großer Beliebtheit.</p>
<p>Die Geschichte erzählt von zwei Schwestern: Die eine ist schön und fleißig, die andere eher reizlos und arbeitsscheu. Beide werden auf ihre Tugend und Reinheit des Herzens getestet. Am Ende erhalten sie ihre verdiente Belohnung – oder Bestrafung. Die Fleißige, die ihre Aufgaben stets mit Hingabe und Freundlichkeit erfüllt, wird mit Gold überschüttet. Ihre Schwester aber, die sich Arbeit und Mühe ersparen will, wird mit Pech übergossen. Es ist ein Märchen, das klar macht: Ohne Fleiß kein Preis.</p>
<p><strong>Tugend und Karma</strong></p>
<p>„Frau Holle“ vermittelt zahlreiche Werte und Lebensweisheiten. Eine davon ist der Grundsatz, dass Gutes mit Gutem und Schlechtes mit Schlechtem vergolten wird. Eine andere: Es gibt keine Abkürzungen im Leben. Wer seinen Weg geht, mit allen Prüfungen und Herausforderungen, wird am Ende belohnt.</p>
<p>Interessant ist der Bezug zum Buddhismus: Dort heißt es, dass unser Körper zwei unsichtbare Substanzen trägt. Die helle, Tugend, entsteht durch gute Taten und das Ertragen von Leid. Die dunkle, Karma, sammelt sich durch schlechte Taten an. In „Frau Holle“ werden diese Substanzen symbolisch durch Gold und Pech dargestellt.</p>
<p>Die Märchen der Gebrüder Grimm folgen diesem Prinzip oft: Gut und Böse sind klar zu erkennen, und am Ende siegt das Gute. Es gibt eine ausgleichende Gerechtigkeit. Im echten Leben, so scheint es, dauert dieser Ausgleich manchmal länger – oder wir sehen ihn erst am Ende unseres Lebens, wenn es zu spät ist, unsere Fehler wiedergutzumachen.</p>
<p><strong>Die Märchen der Gebrüder Grimm</strong></p>
<p>Jacob und Wilhelm Grimm schrieben 1812: „Kindermärchen werden erzählt, damit in ihrem reinen und milden Lichte die ersten Gedanken und Kräfte des Herzens aufwachen und wachsen; weil aber einen jeden ihre einfache Poesie erfreuen und ihre Wahrheit belehren kann, und weil sie beim Haus bleiben und sich forterben sollen, werden sie auch Hausmärchen genannt.“</p>
<p>Mit ihrer Sammlung „Kinder- und Hausmärchen“, die sie im romantischen Stil niederschrieben, erlangten die Brüder Weltruhm. Übersetzt in über 160 Sprachen und Dialekte, sind sie das weltweit meistgelesene Buch der deutschen Kulturgeschichte. Für die Grimms ging es nicht nur um Unterhaltung, sondern auch um die Bewahrung alten Volksguts und die Vermittlung von moralischen Werten. Sie selbst nannten ihre Märchensammlung ein „Erziehungsbuch“.</p>
<p>2005 wurden die „Kinder- und Hausmärchen“ von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt – eine Anerkennung, die ihre zeitlose Bedeutung unterstreicht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Brüder Grimm</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1470</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2018 08:55:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Walhalla]]></category>
		<category><![CDATA[Brüder Grimm]]></category>
		<category><![CDATA[Hausmärchen]]></category>
		<category><![CDATA[Jacob Grimm]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[UNESCO Weltdokumentenerbe]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Grimm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Brüder Grimm gelten als Gründungsväter der Germanistik und gehören zu den bedeutendsten Geistespersönlichkeiten der deutschen und europäischen Kulturgeschichte. Die Kasseler Handexemplare der „<em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4638" target="_blank" rel="noopener">Kinder- und Hausmärchen</a></em>&#8220; von Jacob und Wilhelm Grimm wurden im Jahre 2005 von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt.<span id="more-1470"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Sie wohnten und arbeiteten zeitlebens zusammen und widmeten sich ihrer Arbeit mit einem enorm großen Eifer. Eine Ausrede fürs Nichtstun gab es für sie nie; egal ob Blattern, Scharlach, Asthma, Brustschmerzen, Depressionen oder Schlaganfälle. Nichts konnte sie von ihrer Arbeit abhalten und jeden mühevoll erworbenen Taler investierten die Grimms in Bücher.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Dürftigkeit spornt zu Fleiß und Arbeit an, bewahrt vor mancher Zerstreuung.“</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Schrieb Jacob Grimm. Spaziergänge waren für ihn überbewertet. Er ging lieber in der Literatur spazieren.</p>
<p style="text-align: justify;">1851 schrieb Jacob Grimm in seiner Akademie-Schrift „Über den Ursprung der Sprache“:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Die Kraft der Sprache bildet Völker und hält sie zusammen, ohne ein solches Band würden sie sich versprengen.“</strong></p>
<p style="text-align: justify;">So hatte die Sprache für sie auch immer eine Geschichte: sie war weder angeboren noch von Gott eingegeben, sondern das Werk des Menschen und seines Denkens.</p>
<p style="text-align: justify;">Weltruhm erlangten die Brüder Grimm auch mit ihren <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4855" target="_blank" rel="noopener">Kinder- und Hausmärchen</a></em>, die sie im typisch romantischen Stil schrieben. Diese wurden in über 160 <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4855" target="_blank" rel="noopener">Sprachen</a></em> und Kulturdialekte übersetzt und sind das weltweit meistgelesene und meistverbreitete Buch der deutschen Kulturgeschichte. Das Ziel war es nicht nur zu unterhalten, sondern auch altes Volksgut zu bewahren und vor allem durch die Vermittlung von moralischen Wertvorstellungen eine lehrreiche Wirkung auf Kinder und Erwachsende auszuüben. So nannten sie ihre Märchensammlung ein „Erziehungsbuch“. Dafür entfernten die beiden streng gläubigen Calvinisten* erotische und politische Anspielungen und schrieben die Märchen so um, dass sie sittsam waren und ihre pädagogischen Ziele gewahrt wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">In den <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4638" target="_blank" rel="noopener">Märchen</a></em> lässt sich gleich zu Beginn Gut und Böse klar erkennen und am Ende, nachdem die Figuren zahlreiche Prüfungen bestehen mussten, gewinnt immer das Gute. So gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit in den Geschichten.</p>
<p style="text-align: justify;">Jacob und Wilhelm Grimm schrieben 1812: „Kindermärchen werden erzählt, damit in ihren reinen und milden Lichte die ersten Gedanken und Kräfte des Herzens aufwachen und wachsen; weil aber einen jeden ihre einfache Poesie erfreuen und ihre Wahrheit belehren kann, und weil sie beim Haus bleiben und sich forterben sollen, werden sie auch Hausmärchen genannt.“</p>
<p style="text-align: justify;">Eines der wohl bekanntesten Märchen ist „<em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4638" target="_blank" rel="noopener">Frau Holle</a></em>“. Hier werden zwei Schwestern, die eine schön und fleißig und die andere hässlich und faul, beschrieben. Beide werden auf Fleiß und Reinheit des Herzens getestet und am Ende der Geschichte werden die Belohnungen verteilt. Die Schöne und fleißige, die jede ihr zugetragene Arbeit ganz selbstverständlich ausführt und immer freundlich ist, erhält das Gold. Ihre Schwester aber, hässlich und faul, ist das genaue Gegenteil. Sie will das Gold ohne eine Leistung dafür zu erbringen. Doch ohne Fleiß kein Preis und so wird sie mit Pech übergossen.</p>
<p style="text-align: justify;">Von dieser Geschichte lassen sich gleich mehrere Werte und Lebensweisheiten herleiten. Zum einen den Grundsatz, dass Gutes mit Gutem und Schlechtes mit Schlechtem vergolten wird. Zum anderen, dass es keine Abkürzungen im Leben gibt. Oder aber auch, dass der Weg das Ziel sein kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Geschichten zu erzählen ist eine Tradition, so alt wie der Mensch selbst und geht über Kulturkreise und Ländergrenzen hinaus. Ernstes wird mit Leichtigkeit und Humor vermittelt und so können sie unser Leben bereichern und uns in unserer Entwicklung weiterbringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Jorge Bucay bringt es mit wenigen Worten auf den Punkt:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.“</strong></p>
<p>&#160;</p>
<p style="text-align: justify;">*Der Calvinismus ist eine christliche Weltanschauung. Betont wird die unbedingte Heiligkeit Gottes und das jeder Mensch im Sinne einer tugendhaften Lebensführung handeln müsse.</p>
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