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		<title>Anton Bruckner: „Musikant Gottes“</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4530</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Sep 2021 07:39:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Walhalla]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="p1">Anton Bruckner hinterließ der Nachwelt ein außergewöhnliches Klangerlebnis – Werke für große Besetzungen: Sinfonien und Chorwerke mit Orchester. Seinen beschwerlichen Weg beschritt er mit Fleiß, Ausdauer und unbeirrbaren Gottesglaube.<span id="more-4530"></span></p>
<p class="p1">Anton Bruckner wurde im Jahr 1824 im oberösterreichischen Ansfelden in einfachen und ländlichen Verhältnissen geboren. Zunächst tritt er in die Fußstapfen seines Vaters und wird Lehrer. Bis weit ins Erwachsenenalter hinein zweifelt Bruckner an seiner musikalischen Begabung. So schlitterte er erst mit 31 Jahren in seine erste Anstellung als Berufsmusiker. Sein virtuoses Orgelspiel brachte ihm die Nachfolge des verstorbenen Linzer Domorganisten ein. <span class="s1">Später tritt er als Organist in den Dienst der Wiener Hofmusikkapelle, einer der traditionsreichsten Pflegestätten katholischer Kirchenmusik. Als Orgelvirtuose war er vor allem für seine Improvisationen bekannt und wurde nach Nancy, Paris und London eingeladen. </span></p>
<p class="p1"><strong>„Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.“</strong></p>
<p class="p1">Trotz diesem und vielen weiteren Erfolgen mangelte es Anton Bruckner an Selbstbewusstsein. So unterwarf er sich strengster fachlicher Qualifizierungen und strebte beharrlich nach musikalischer Vervollkommnung. Dieser immerwährende Schaffensdrang und die hohen Anforderungen an sich selbst führten ihn mehrmals an seine Belastungsgrenzen.</p>
<p class="p1">In Leipzig, fernab des Wiener „Kampfplatzes“, gelang ihm im Jahr 1884  endlich der große Durchbruch mit der Uraufführung seiner 7. Sinfonie. Als hohe Ehrung und Bestätigung seines Schaffens folgte 1886 die Verleihung des Ritterkreuzes des Franz-Joseph-Ordens und zahlreiche Ehrenmitgliedschaften. Doch die wohl höchste Auszeichnung für Bruckner war die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Wiener Universität.</p>
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<p class="p1"><strong>„omnia ad maiorem dei gloriam“ – „alles zur größeren Ehre Gottes“</strong></p>
<p class="p1">Seinen vollendeten Werken fügte Bruckner die religiöse Wendung „omnia ad maiorem dei gloriam“ – „alles zur größeren Ehre Gottes“ hinzu. Denn seine wirkliche, tief ihm innewohnende Kraft fand Bruckner in seiner demütigen Liebe zu Gott. Von Kindheit an spielte die Religion eine entscheidende Rolle in seinem Leben. Zahlreiche Kalendernotizen geben Auskunft über täglich gesprochene Gebete wie das „Vater Unser“, das „Ave Maria“ oder das „Salve Regina“. Bruckners gelebter Glaube spiegelte sich auch in seinem von mönchischer Einfachheit geprägten Lebensstil wieder. Auch die Disziplin und die Tugenden des Gehorsams, der Unterordnung und der Enthaltsamkeit begleiteten ihn lebenslang. Ein Schüler Bruckners schrieb: „Manchmal geschah es, dass der Meister, zurückgelehnt in seinem Stuhl, regungslos dasaß. Erst glaubte ich, er dächte über seine Komposition nach, mit der Zeit aber fiel mir auf, dass immer bei diesem Zustand eine Glocke auf der nahen Votiv-Kirche läutete: Bruckner betete.“</p>
<p class="p1"><strong>„Te Deum laudamus“ – „Wir loben Dich, oh Gott“</strong></p>
<p class="p1">Die tiefe Gewissheit um Gottes liebende Führung war es, die ihn befähigte, seine kompositorischen Fähigkeiten voll auszuschöpfen und über schwierige Zeiten und Anfeindungen hinweg zu kommen. Denn mit seinem bescheidenen und religiösem Lebensstil, zu dem auch regelmäßiges Fasten und die Beichte gehörten, war er unter den Künstlern seinerzeit ein seltenes Exemplar und stieß oft auf Unverständnis. Auch die Wiener Presse und vor allem der Kritiker Eduard Hanslick machten ihm zu schaffen. So beklagt er bei einer Audienz Kaiser Franz Joseph sein Elend. Als der Monarch fragt, welchen Wunsch er Bruckner erfüllen könnte, da platzt es aus ihm heraus: „Majestät, verbietens allergnädigst dem Hanslick, daß er schlecht über mi‘ schreibt.“ Freundlich lächelnd antwortete der Kaiser: „Das kann wohl auch ich nicht!“ Jedoch bot er ihm finanzielle Unterstützung an, sodass Bruckner auch außerhalb Wiens seine Werke aufführen und so dem gefürchteten Kritiker aus dem Wege gehen konnte.</p>
<p class="p1">Weil die Vertonung des „Te Deum“ aus Dankbarkeit an Gott für seine überstandenen Leiden in Wien geschah, verdanken wir vielleicht gerade Bruckners Kritikern sein nach eigenen Angaben „Stolz meines Lebens“. Bruckner sagte einst: „Ich glaub, wenn es beim Jüngsten Gericht schief ging, möcht ich dem Herrgott die Partitur vom Te Deum hinhalten und sagen: ,Schau, das hab ich ganz allein für Dich gemacht‘, nachher würd ich schon durchrutschen“.</p>
<p class="p1"><strong>Bruckner als Wegweiser in die himmlische Wirklichkeit  </strong></p>
<div id="attachment_5793" style="width: 235px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5793" class="size-medium wp-image-5793" src="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG_1180-1-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG_1180-1-225x300.jpg 225w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG_1180-1-768x1024.jpg 768w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG_1180-1.jpg 1024w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /><p id="caption-attachment-5793" class="wp-caption-text">Denkmal in Wien</p></div>
<p class="p1">Anton Bruckners Quelle der Kraft und Inspiration war sein tief verwurzelter katholischer Glaube, und natürlich wirkte sich das auch auf seine Musik aus.</p>
<p class="p1">So bekam er einmal nach der Aufführung seiner f-Moll-Messe von einer unbekannten Dame einen Blumenstrauß und die Mitteilung: „Sie haben meine Seele gerettet, ich glaubte gar nichts – da hörte ich Ihre Messe.“</p>
<p class="p1">Auch heute vertreten Theologen und Musikwissenschaftler die Ansicht, dass Bruckners Tonkunst die Vertiefung des religiösen Lebens stärkt, und befürworten seine Seligsprechung. Nachdem in den 1950er Jahren der erste Versuch eines Seligsprechungsverfahrens scheiterte, zeigen sich jetzt zahlreiche Unterstützer zuversichtlich.</p>
<p class="p1">Im Finale des „Te Deum“ heißt es: „In Te, Domine, speravi, non confundar in aeternum.“ – „Auf Dich, oh Herr, habe ich gehofft, dass ich in Ewigkeit nicht vergehe“.</p>
<p class="p1">Bruckner Religiosität prägte sich stark in das allgemeine Bewusstsein und so entstand sein Beiname: „Musikant Gottes“.</p>
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		<title>Joseph Haydn: Ein Leben für die Musik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jul 2018 14:08:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Walhalla]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Nationalhymne]]></category>
		<category><![CDATA[Die Schöpfung]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Joseph Haydn]]></category>
		<category><![CDATA[Haydn]]></category>
		<category><![CDATA[Kapellmeister]]></category>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Wiener Klassik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Joseph Haydn, Kapellmeister an diversen Fürstenhöfen, Wegbereiter der Wiener Klassik und Lehrer von Mozart und <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4634" target="_blank" rel="noopener">Beethoven</a></em>, war einer der beliebtesten und einflussreichsten europäischen Komponisten seiner Zeit.<span id="more-1345"></span></p>
<p>Die ersten Takte rauschen auf, aber schon winkt der Kapellmeister ärgerlich ab. “Ihr lieben Leut´“ sagt er, die Stirn in Falten gelegt „so gehts natürlich net! Ihr seid ja schließlich keine Buben mehr, die erst lernen müssen, ihre Instrumente zu spielen!“ Schweigend lassen die 20 Männer den Tadel über sich ergehen und fangen verbissen von neuem an. Aber ihre Musik ist ohne jede Lust; sie spielen, weil sie müssen. „Pause!“ ruft der Kapellmeister und schaut nachdenklich seine Leute an. Er erkennt es in allen Gesichtern, in allen Augen, die ihm entgegen starren. Es ist das Heimweh nach den Frauen und Kindern, die nun schon seit drei Jahren in Eisenstadt, der eigentlichen Residenz des Fürsten Esterhazy, zurückgeblieben sind. Denn hier auf Schloss Esterhaz war kein Platz für die Familien.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Die Abschiedssinfonie</b></p>
<p>Tage später überrascht Joseph Haydn seine Musiker mit einer neuen Sinfonie. Der Abend kommt und die Kapelle des Fürsten Nikolaus musiziert im großen Saal des Schlosses. Wie jeden Abend verstummt das Geplauder des Fürsten und der Gäste des Schlosses, als im Schein zahlloser Kerzen der Herr Kapellmeister Haydn seine Verbeugung vor der adeligen Gesellschaft macht. „Eurer Durchlaucht ergebener Diener bittet, eine neue, von ihm selbst komponierte Sinfonie aufführen zu dürfen!“</p>
<p>Schon bei den ersten Takten horcht der Fürst, horchen die Gäste erstaunt auf. Mit gewichtigen, dunklen Streicherakkorden hatte der erste Satz begonnen. Das waren nicht die hellen, lichten, munteren Melodien, die man sonst vom Meister zu hören gewohnt ist. Das ist eine andere, ungewohnte Sprache, eindringlich, werbend, als wollte sie einen überreden…</p>
<p>Als der vierte Satz verklungen ist, herrscht für einen kurzen Augenblick Schweigen. Da gibt Meister Haydn seinen Musikern von neuem ein Zeichen. Gespannt, neugierig horcht das Publikum. Abrupt schreckt der Fürst auf. Das leise Scharren eines Stuhles hat das Netz, das diese werbenden Klänge um sein Herz gesponnen haben, zerrissen.</p>
<p>Er sieht, wie die Kerzen am Pult der Musiker erlöschen und die Spielmänner einer nach dem anderen leise den Saal verlassen. Fragende Blicke wandern umher. Der Fürst sitzt mit seltsam angespannten Gesicht da, das Kinn nachdenklich in einer Hand gestützt. Bald spielen nur noch zwei Geiger ihren Part. Kapellmeister Haydn steht mit leicht gesenktem Kopf vor ihnen, aber er dirigiert nicht mehr. Dann geht auch er, ohne sich zur Gesellschaft umzuwenden, ohne seine gewohnte Verbeugung zu machen, langsam aus dem Saal. Schließlich verstummen auch die Töne der Geiger. Sie löschen ihre Kerzen, nehmen Notenblatt und Geige und gehen ebenfalls. Kein Beifall rauscht auf. Angespannte Unruhe erfüllt die Gesellschaft vor den verlassenen, jetzt im Dunkeln liegenden Plätzen des Orchesters.</p>
<p>Alles schaut auf den Fürsten. Was wird er tun? Die Musik war wunderschön, ohne Zweifel! Noch nie hat einer hier solche Musik gehört! Aber ebenso einmalig, ebenso unerhört war das Verhalten dieser Musikanten! Einfach davon zu laufen, mitten im Spiel, einer nach dem anderen – ein Skandal! Der Fürst sitzt noch immer in seinem Sessel, das Kinn in einer Hand gestützt. Er hat diese Musik nicht nur gehört, er hat sie auch verstanden. Je mehr Kerzen an den Pulten erloschen, umso mehr Lichter gingen ihm selber auf. Jetzt steht auch Fürst Nikolaus auf, reicht der Fürstin einen Arm und geht mit einem halb verlegen, halb wissenden, verstehenden Lächeln wortlos zur Türe.</p>
<p>Wie üblich treffen sich am nächsten Morgen Kapellmeister und Musikanten zur Probe. Noch ehe sie beginnen, klopft es an der Türe und ein Diener flüstert Haydn etwas ins Ohr. Haydn wendet sich seinen Leuten zu: „Befehl seiner Durchlaucht, des Fürsten! Packt euer Sach´ zusammen! Wir sind hier entlassen! Der Fürst reist ab und wir mit ihm! Heim nach Eisenstadt!“</p>
<p>Die Entstehung Haydns Abschiedssinfonie ist eine der wohl schönsten Anekdoten der Musikgeschichte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Ein Leben für die Musik</b></p>
<p>Joseph Haydn wurde am 31. März 1732 in Niederösterreich geboren. Nach Unterrichtung eines Verwandten kam er 1740 als Sängerknabe in das Konvikt des Stephansdomes nach Wien. Neun Jahre später wird er nach Verlust seiner zarten Sopranstimme vor die Tür gesetzt und lebt von musikalischen Gelegenheitsarbeiten. 1761 und bis zum Tod des Fürsten 1790 fand er eine Anstellung bei den Esterhazys.</p>
<p>Haydn war nicht nur ein genialer Komponist, sondern auch für seinen Humor bekannt. Seine Werke strahlen oft die Fröhlichkeit und den Frieden eines sonnigen Sonntagnachmittags aus. „Da mir Gott ein fröhliches Herz gegeben hat, wird er mir schon verzeihen, wenn ich ihm fröhlich diene.“</p>
<p>Durch Talent und Fleiß erlangte Haydn Weltruhm. „Beschäftigung muss ich haben – gewöhnlich verfolgen mich musikalische Ideen bis zur Marter. Ich kann sie nicht loswerden, sie stehen wie Mauern vor mir. Ist es ein Allegro, das mich verfolgt, dann schlägt mein Puls immer stärker, ich kann keinen Schlaf finden. Ist es ein Adagio, dann bemerke ich, dass der Puls langsamer schlägt. Die Fantasie spielt mich, als wäre ich ein Klavier.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Haydns Zeitmanagement<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Haydn hatte seinen Körper genau beobachtet und wusste, was er ihm zumuten durfte. So entstand seine Tagesordnung, die er nur ungern änderte. Er stand um 6:30 Uhr auf und barbierte sich. Dann kleidete er sich an. War während des Ankleidens ein Schüler gegenwärtig, so musste er die ihm aufgegebene Lektion auf dem Klavier vorspielen. Die Fehler wurden angemerkt und dann eine neue Aufgabe für die nächste Lektion gegeben.</p>
<p>Um 8:00 Uhr Frühstück. Danach setzte er sich ans Klavier. Um 11:30 Uhr nahm er Besucher an, oder er machte einen Spaziergang und gab selbst Besuche. Nach dem Mittagessen um 14 – 15 Uhr widmete er sich häuslichen Tätigkeiten oder seiner Bibliothek. Um 16 Uhr nahm er seine Arbeit wieder auf.</p>
<div id="attachment_6192" style="width: 280px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6192" class="wp-image-6192" src="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_1315-1024x817.jpg" alt="" width="270" height="216" srcset="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_1315-1024x817.jpg 1024w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_1315-300x239.jpg 300w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_1315-768x612.jpg 768w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_1315.jpg 1200w" sizes="(max-width: 270px) 100vw, 270px" /><p id="caption-attachment-6192" class="wp-caption-text">Wohnhaus in Wien</p></div>
<p>20 Uhr ging er gewöhnlich aus, kam aber um 21 Uhr wieder nach Hause und setzte sich entweder zum Partiturschreiben oder nahm wieder ein Buch und las bis 22 Uhr. Die Zeit um 22 Uhr war zum Nachtessen bestimmt. Haydn hatte sich ein Gesetz daraus gemacht, abends nichts anderes als Wein und Brot zu genießen, was er nur dann übertrat, wenn er irgendwo zum Nachtessen eingeladen war. Bei Tische liebte er ein scherzhaftes Gespräch und überhaupt eine muntere Unterhaltung. Um 23:30 Uhr ging er zu Bette.<span class="Apple-converted-space">        </span></p>
<p><b>Laus Deo – Lob sei Gott<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Der deutsche Liederkomponist Johann Abraham Peter Schulz besuchte Haydn 1770 in Esterhaz und fragte, wie es möglich sei, diese große Anzahl Werke zu erschaffen. Haydn entgegnete: „Ja, sehen Sie, ich stehe früh auf, und sobald ich mich angekleidet habe, falle ich auf die Knie und bete zu Gott und zur Heiligen Jungfrau, dass es mir heute wieder gelingen möchte.<span class="Apple-converted-space">  </span>– Habe ich dann gefrühstückt, so setze ich mich ans Klavier und fange an zu suchen. Finde ich bald etwas, dann geht es auch ohne viele Mühe leicht weiter. Will es aber nicht vorwärts, dann sehe ich, dass ich die Gnade durch einen Fehltritt verwirkt habe, und dann bete ich wieder so lange um Gnade, bis ich fühle, dass mir verziehen ist.“</p>
<p>Wenn die Komposition beendet war, schrieb Haydn „Laus Deo“ (Lob sei Gott) oder eine ähnliche Redewendung an das Ende des Manuskripts. „Ich war auch nie so fromm, als während der Zeit, da ich an der Schöpfung arbeitete; täglich fiel ich auf meine Knie nieder und bat Gott, dass er mir Kraft zur glücklichen Ausführung dieses Werkes verleihen möchte.“</p>
<p>Dieses grandiose Werk thematisiert in drei Teilen die Erschaffung der Welt. Der erste Teil widmet sich der Erde, den Pflanzen und dem Firmament. Im zweiten Teil kommen die Geschöpfe hinzu. Der dritte Teil thematisiert das Leben der ersten Menschen Adam und Eva und gipfelt in abschließenden großen Lob- und Dankeschören.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Eine makabre Episode: Kopfloser Haydn</b></p>
<p>Zur damaligen Zeit geisterte eine dubiose Lehre, die Schädellehre durch halb Europa. Der deutsche Arzt und Anatom Franz Joseph Gall glaubte, anhand der Schädelform auf das Wesen des Menschen schließen zu können. Diese Lehre fand fanatische Anhänger und so wurde kurzerhand der Totengräber des Friedhofes bestochen, Haydns Leiche ausgegraben, der Kopf abgehackt und fleißig untersucht. Für die Genialität von Joseph Haydn, durch die er imstande war, unzählige Meisterwerke zu komponieren, fand man auf diesem Weg keine Erklärung. Natürlich blieb diese Grabschändung nicht unentdeckt. Doch sollte es noch 145 Jahre dauern, bis Kopf und Körper zusammenfanden. Möge er nun in Frieden ruhen.</p>
<p>Joseph Haydn hinterließ ein beeindruckendes musikalisches Erbe und bleibt bis heute eine der wichtigsten Figuren der klassischen Musik.</p>
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