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		<title>Acht Taler und ein Traum – Jean Pauls Weg in die Literatur</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Mar 2025 10:27:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Ich mag ja auch nicht viel – acht Taler sollen mich zufrieden stellen.“ Jean Pauls Weg begann mit Schulden und einem verzweifelten Brief an seine Mutter. Am Ende schrieb er sich in die Herzen der Deutschen – und sogar in die Musik von Schumann, Mahler und Reinecke.<span id="more-6516"></span></p>
<p class="p1">Mai 1781. Ein junger Mann betritt Leipzig. Die Universitätsstadt pulsiert, Händler preisen ihre Waren an, Studenten debattieren angeregt in den Kaffeehäusern. Zwischen ihnen bewegt sich Johann Paul Friedrich Richter, Sohn eines Pfarrers und einer Tuchmacherstochter. Er trägt keine vornehme Kleidung, kein Zeichen von Reichtum oder Ansehen. Nur ein Wunsch treibt ihn an: zu studieren, zu lernen, sich aus der Enge seiner Herkunft zu befreien. Doch die Realität holt ihn bald ein.</p>
<p class="p1">Seine Ankunft in Leipzig war nicht einfach. Die Reise hatte er mit knappen Mitteln bestritten, voller Hoffnungen, aber auch von Zweifeln geplagt. Bald merkte er, dass Wissen allein nicht ausreicht, wenn der Magen leer ist und die Gläubiger vor der Tür stehen.</p>
<p class="p1">„Wenn Sie nur wüßten, wie ungern ich daran gehe, Sie mit Geldbitten zu belästigen! Aber könnte ich anders! Und doch will ich gar nicht viel, weil ich Ihren Geldmangel kenne, und weis, wie viele Unterstüzung meine Brüder noch brauchen.</p>
<p class="p1">Ich will nicht von Ihnen Geld um meinen Speiswirt zu bezalen, dem ich 24 rtl. schuldig bin, oder meinen Hauswirt, dem ich 10 rtl., oder andre Schulden, die über 6 rtl. ausmachen &#8211; zu allen diesen Posten verlang‘ ich von Ihnen kein Geld; ich will sie stehen lassen bis zu Michael, wo ich diese Schulden und die noch künftig zu machende, unfehlbar zu bezalen in Stand gesezt sein werde &#8211; Also zu dieser grossen Summe verlange ich von Ihnen keine Beihülfe &#8211; aber zu folgenden müssen Sie mir Ihre Hülfe nicht abschlagen. Ich mus alle Wochen die Wäscherin bezalen, die nicht borgt, ich mus zu früh Milch trinken; ich mus meine Stiefel vom Schuster besolen lassen, der ebenfals nicht borgt, mus meinen zerrissenen Biber ausbessern lassen vom Schneider, der gar nicht borgt &#8211; mus der Aufwärterin ihren Lohn geben, die natürlich auch nicht borgt &#8211; und dies mus ich nur iezt alles bezalen, und bis auf Michael noch weit mehr.</p>
<p class="p1">Nun sehen Sie, zur Bezalung dieser Sachen werden Sie mir doch wol hülfiche Hand leisten können &#8211; ich wüste gar nicht was ich anfangen solte, wenn Sie mich stekken liessen. Glauben Sie denn, daß ich Sie mit Bitten plagen würde, wenn ich es nicht höchst nötig hätte. Ich mag ia auch nicht viel; acht Taler sächsisch Geld sollen mich zufrieden stellen, und gewis werd‘ ich dan Ihre Hülfe nicht mehr so nötig haben. Denn das dürfen Sie nicht glauben, daß mein Mittel, Geld zu erwerben, nichts tauge; weil es etwan noch nicht angeschlagen hat. O Nein! durch eben dieses getraue ich mich zu erhalten, und es komt nur auf den Anfang an. Von diesem Mittel mehr zu schreiben verbietet mir der enge Raum meines Briefs [&#8230;] Übrigens verlass‘ ich mich darauf, daß Sie mich nicht länger in der Not stecken lassen, und mir mit dem nächsten Posttag schreiben. Acht Taler, wie gesagt, verlang‘ ich blos, und diese werden Sie doch auftreiben können. &#8211; Schreiben Sie mir ia bald, ich bin</p>
<p class="p1">Ihr geh. Sohn J. P. F. Richter&#8220;</p>
<p class="p1">Die wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Familie hatten sich seit dem Tod des Vaters 1779 stetig verschlechtert. Die Mutter zog mit ihren Kindern nach Hof, wo sie in bescheidensten Verhältnissen lebten. Trotzdem bestand der Wunsch, dass der begabte Sohn studieren sollte. Doch Theologie, das Fach, für das er sich auf Wunsch des Vaters eingeschrieben hatte, fesselte ihn nicht. Stattdessen vertiefte er sich in Philosophie, Literatur und die Schriften Rousseaus, Voltaires und Shaftesburys.</p>
<p class="p1">Sein Name sollte eines Tages in aller Munde sein – doch zu diesem Zeitpunkt war er nur einer von vielen jungen Männern, die in Leipzig ihr Glück suchten. Die Schulden wuchsen, seine Hoffnungen schwanden. Als die Not unerträglich wurde, griff er zur Feder und schrieb am 21. August 1782 jenen flehenden Brief an seine Mutter.</p>
<p class="p1">Doch die erhoffte Rettung blieb aus. Im November 1784 musste Jean Paul sein Studium abbrechen und Leipzig ohne Abschluss verlassen. Er kehrte nach Hof zurück. Jahre später, im Jahr 1796, wagte er den nächsten Schritt: In drei Tagesmärschen wanderte er knapp 130 Kilometer von Hof nach Weimar – ins Herz der deutschen Klassik. Nach nur drei Wochen verließ er Weimar wieder. „Hier sind wenig Herzen, die ihn ganz verstehen.“, schrieb Caroline Herder, die ihm freundlich gesonnen war.</p>
<p class="p1">Was in Leipzig mit Entbehrung und Mangel seinen Anfang nahm, führte letztlich durch Zielstrebigkeit und den festen Glauben an sich selbst zu einer bemerkenswerten literarischen Laufbahn. Mit 30 Jahren gelang ihm der Durchbruch: „Die unsichtbare Loge“ erschien, und mit ihr begann der Aufstieg eines Mannes, der sich fortan Jean Paul nannte – aus Bewunderung für Jean-Jacques Rousseau.</p>
<p class="p1">Jean Pauls Schriften nehmen eine Sonderstellung zwischen Klassizismus und Romantik ein, geprägt von Witz, Tiefe und einer ganz eigenen erzählerischen Handschrift. So fanden seine Werke nicht nur ein breites Publikum, sondern Wertschätzung auch in höchsten Kreisen – wie etwa bei Königin Luise von Preußen.</p>
<p class="p1">Nicht zuletzt inspirierte er auch Komponisten: Carl Reinecke vertonte seine Gedichte, Robert Schumann komponierte die Papillons nach einem Romanfragment aus den „Flegeljahren“, und Gustav Mahler griff in seiner 1. Symphonie – ursprünglich mit dem Untertitel „Titan“ – Jean Pauls gleichnamigen Roman als atmosphärischen Ausgangspunkt auf.</p>
<p class="p1">Jean Pauls Werk entzieht sich bis heute jeder literarischen Schublade – und genau darin liegt seine bleibende Faszination. Sprache, Denken und Erzählweise verbinden sich bei ihm zu einer Literatur, die sich dem Gewöhnlichen entzieht und immer wieder neu entdeckt werden kann.</p>
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		<title>Der „Voltaire der Deutschen“: Christoph Martin Wieland</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/5617</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Nov 2023 18:17:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="p1">Wielands Name steht für die moderne deutsche Prosa, für die deutschsprachige Oper und für politischen Journalismus. Durch seine Übersetzungen von Shakespeare, Horaz und Cicero prägte er die deutsche Sprache und er war Begründer der Weimarer Klassik.<span id="more-5617"></span></p>
<p class="p1"><span class="s1">„</span>Bin ich gewesen, was ich sein wollte? Hab ich gewirkt, was ich wirken wollte? Hab ich mit den Kräften, die mir die Natur verlieh, als ein treuer Weltbürger so gut Haus gehalten, wie es mir unter den Umständen, die nicht von meiner Willkür abhingen, möglich war? War mein Zweck rein? War er der beste unter allen, die ich mir vorsetzen konnte? Hab ich ihn auf dem geradesten Wege, durch die einfachsten, sichersten und edelsten Mittel zu erreichen gesucht? Kann ich, wenn ich mein ganzes langes Leben hinter mir zurückschaue, mit mir selbst zufrieden sein? (&#8230;)“<span class="s2">. Diese Zeilen, die Wieland in seinem Roman „Agathodämon“ schreibt, sind bezeichnend für das Leben und Werk des Autors selbst.</span></p>
<p><em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4855" target="_blank" rel="noopener">Christoph Martin Wieland</a></em> gilt als einer der vielseitigsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Publizisten des 18. Jahrhunderts. Als erster Bestseller-Autor Deutschlands war er zeitweise der meistgelesene und bestbezahlte Schriftsteller seiner Epoche.</p>
<p>Wielands literarische Produktivität war beeindruckend: Er verfasste elf Romane, zahlreiche Essays, 40 Verserzählungen und Versepen, <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4855" target="_blank" rel="noopener">übersetzte Werke</a></em> von zehn Autoren, schrieb Dramen und Libretti, Märchen und Novellen. Als Journalist und Herausgeber hinterließ er zudem etwa 14.000 Briefe. Bereits zu seinen Lebzeiten wurden seine Werke in 13 Sprachen übersetzt.</p>
<blockquote>
<p class="p4">„Kinder und Bücher zugleich machen, ist zu toll – nicht wahr? (&#8230;) Also fahren wir in Gottes Namen immer fort, beides zu machen, so lang´s Zeug hält, und wir Freude daran haben.“</p>
</blockquote>
<p class="p4">In den 36 glücklichen Ehejahren schenkte ihn seine Frau Anna Dorothea vierzehn Kinder.</p>
<p class="p4">Obwohl Wieland maßgeblich die <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4855" target="_blank" rel="noopener">deutsche Alltagssprache</a></em> und die deutsche Kultur prägte, ist er heute, im Zeitalter der Massenliteratur, einer der am wenigsten bekannten deutschen Schriftsteller. Als hätte er diese Entwicklung vorausgesehen, sagte Wieland selbst gegen Ende seines Lebens, dass sein Name „im 19. Jahrhundert nichts bedeuten werde“.</p>
<p class="p7"><b>Die Übersetzungen</b></p>
<p class="p4">Ein bedeutender Teil von Wielands Werk sind seine Übersetzungen. In Biberach übersetzte Wieland zwischen 1761 und 1766 insgesamt 22 Dramen von Shakespeare. Dadurch erreichten diese Werke ein breites Publikum und wurden in Deutschland bekannt. Als eine Art Nebeneffekt bereicherte er bei der Übersetzung die deutsche Sprache. Zu Wielands Wortschöpfungen gehören zum Beispiel: Abschied nehmen, kaltherzig, humoristisch, Todesstimme, Anziehungskraft, heimatlos, Beobachter, scharfzüngig.</p>
<p class="p4">„Shakespearen zu übersetzen war in jenen Tagen ein kühner Gedanke, weil selbst gebildete Literatoren die Möglichkeit leugneten, daß ein solches Unternehmen gelingen könne. Wieland übersetzte mit Freiheit, erhaschte den Sinn seines Autors, ließ beiseite, was ihm nicht übertragbar schien, und so gab er seiner Nation einen allgemeinen Begriff von den herrlichsten Werken einer andern, seinem Zeitalter die Einsicht in die hohe Bildung vergangener Jahrhunderte.“, äußert Goethe in „Zu brüderlichen Andenken Wielands“</p>
<p class="p4">Während seiner Weimarer Zeit widmet sich Wieland Horaz, Lukian und Xenophon sowie Euripides und Aristophanes. Zuletzt, im Alter von 73 Jahren hegt er den Wunsch, „irgendeine große, schwere und mühselige, aber mir mit allem dem angenehme und zu meinen gewohnten Studien passende Geistesarbeit zu unternehmen“. So beginnt er 1806 mit der Übersetzung sämtlicher Briefe Ciceros, in der Hoffnung, „daß sie mir durch Lust und Liebe zur Sache und durch die mit der Ausführung selbst notwendig verbundene unvermerkte Steigerung meiner Kräfte vielleicht so weit gelingen dürfte, daß ich die Welt mit dem Troste verlassen könnte, die letzten Jahre oder Tage meines Lebens nicht ohne alles Verdienst&#8230;zugebracht zu haben.“</p>
<p class="p4"><b>Professor Primarius Philosophiae</b></p>
<p class="p4">Bevor Wieland an den Weimarer Hof kommt, ist er erster Professor für Philosophie an der Universität in Erfurt. Er soll zur Reform und Modernisierung der Universität beitragen und nicht wenige Studenten ließen sich allein wegen Wielands Namen nach Erfurt locken. Zu seiner ersten Vorlesung am 03.07.1769 kamen 300 Studenten. Die, für die damalige Zeit ungewöhnlich hohe Anzahl sank schnell herab. Denn Wieland war zwar „modern“, jedoch nicht gerade anspruchslos. Er las über „die Geschichte der Menschheit“, „die Geschichte der Philosophie“, über „Theorie und Geschichte der schönen Künste“, über „Krankheiten und Laster der menschlichen Seele“, über die antike Atomlehre und Werke Ciceros und Horaz.</p>
<p class="p4">Doch Erfurt wird für Wieland zu „einem verhaßtem Neste“, die sittenlosen Studenten sind ihm zuwider und über die Universität schreibt er am 17. Februar 1770 an Sophie La Roche: „..daß man leichter Mohren weiß waschen, als die Erfurter Universität empor bringen könnte. Man soll den Pelz waschen, aber er soll nicht nass werden.“</p>
<p class="p4">Nicht ungelegen kommt also Anfang 1772 die Einladung der Weimarer Regentin <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4873">Anna Amalia</a></em>. Wieland ist zu dieser Zeit der bekannteste deutsche Autor und führender Intellektueller. Er soll Mentor werden für ihre Söhne, den 14-jährigen Thronfolger Carl August und den 13-jährigen Konstantin.</p>
<p class="p4">Am 22. März 1772 schreibt Wieland an <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4873" target="_blank" rel="noopener">Anna Amalia</a></em>: „Bei den Prinzen hängt alles davon ab, daß sie es sich zur Gewohnheit machen, nie zu vergessen, daß sie Menschen sind, und daß sie folglich überall ihresgleichen sehen.“ Am 18. September 1772 zieht Wieland als Prinzenerzieher nach Weimar.</p>
<blockquote>
<p class="p4">„Es gibt eine Art von Ehrgeiz, die zu den Pflichten eines jeden Mannes von Ehre gehört; und das ist der Ehrgeiz, es richtig zu machen.“ Wieland am 19. Juli 1772 an Anna Amalia.</p>
</blockquote>
<p class="p4"><b>Wieland als Prinzenerzieher</b></p>
<p class="p4">Bei Wielands Ankunft besteht Weimar aus etwa 6000 Einwohnern, zwei Kirchen und einem Schloss. Abgesehen von einer großen Bibliothek unterscheidet es sich nicht von vielen anderen deutschen Kleinstädten. Herzogin Anna Amalia regiert seit 1759 anstelle ihres unmündigen Sohnes Carl August. Bis zu seinem Regierungsantritt 1775, soll Wieland den zukünftigen Herrscher auf seine Aufgabe vorbereiten.</p>
<p class="p4">Sein Ziel war, Carl August zu einem aufgeklärten Herrscher mit Herz und Gefühl für seine Untertanen heranzubilden. An <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4873" target="_blank" rel="noopener">Anna Amalia</a></em> schrieb er: „Der wirkliche Ruhm eines Herrschers besteht darin, sich selbst und sein Land gut regieren zu können, alle seine Pflichten zu erfüllen, sein Volk so glücklich wie möglich zu machen, von denen, die mächtiger sind als er soweit wie erreichbar unabhängig zu bleiben, seine Wünsche zu mäßigen, schließlich Philosoph und Christ zu sein und nie den Augenblick zu vergessen, an dem er Gott, dem allerhöchsten Herrscher, Rechenschaft darüber abgeben muss, in welcher Weise er von seiner Macht, Gutes und Böses zu tun, Gebrauch gemacht hat“.</p>
<p class="p4">Carl August wurde zu einem der fortschrittlichsten und populärsten Regenten seiner Zeit. Als erstes deutsches Land erhielt Sachsen-Weimar-Eisenach 1816 eine landesständische Verfassung, die u. a. die Pressefreiheit und das Recht der freien Meinungsäußerung gewährte. Im Jahr 1821 erließ er ein fortschrittliches Einkommenssteuergesetz und er erlaubte die Gründung der Burschenschaft 1815 und die Abhaltung des Wartburgfests 1817. Carl August machte Weimar zu einem Musterstaat.</p>
<p class="p4"><b>Die Geburtsstunde der Weimarer Klassik</b></p>
<p class="p4">Wieland hegte große Pläne für das ländliche Weimar. Die Kleinstadt sollte ein neues kulturelles Zentrum werden, das weit über die Grenzen des Fürstentums Bedeutung erlangt. So verwirklicht er kurz nach seiner Ankunft zwei Pläne. Er gründet eine literarisch politische Zeitschrift „Der Teutsche Merkur“und er schreibt für den Weimarer Hof die erste deutschsprachige Oper, „Alceste“, vertont von Anton Schweizer.</p>
<p class="p4">Durch Wielands Wirken wird Weimar für <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1314" target="_blank" rel="noopener">Goethe</a></em> attraktiv genug, um 1775 der Einladung durch Herzog Carl August zu folgen. Wieland und <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1314" target="_blank" rel="noopener">Goethe</a> </em>holen 1776 Herder nach Weimar, 1799 folgt <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/3354" target="_blank" rel="noopener">Schiller</a></em>. Diese einzigartige Konstellation wird später die Weimarer Klassik genannt.</p>
<p class="p4">„Sein Äußeres hat mich überrascht. Was er ist, hätte ich nicht in diesem Gesicht gesucht &#8211; doch gewinnt es sehr durch den augenblicklichen Ausdruck seiner Seele, wenn er mit Wärme spricht“, schreibt <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/3354">Schiller</a></em> von seinem ersten Treffen mit Wieland.</p>
<p class="p4">Nach dem Tod Wielands bezeugt <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1314">Goethe</a></em> in seiner Autobiografie „Aus meinem Leben -Dichtung und Wahrheit“: „Wieland besaß unter allen das schönste Naturell.“</p>
<p class="p4"><b>„Der Teutsche Merkur“</b></p>
<p class="p4"><span class="s1">„</span>Ich bin entschlossen eine Art von Journal zu entrepeniren, welches einige Ähnlichkeit mit dem „Merkur de France“ haben soll. Prosaische Original-Aufsätze, Litterarische Nachrichten, Recensionen und Revisionen unrichtiger Urtheile über interessante Schriften, sollen die Haupt-Artikel davon ausmachen.“ Zudem sollte das neue Journal so geschrieben sein, „daß es nicht für Gelehrte allein, sondern auch für Damen und Edelleute interessant würde“.</p>
<p class="p4">„Der Teutsche Merkur“ (1773-1789) und „Der Neue Teutsche Merkur“ (1790-1810) widmeten sich aktuellen literarischen, politischen und wirtschaftlichen Ereignissen. „Das Attische Museum“ (1796-1802) und „Das Neue Attische Museum“ (1805-1809) war hauptsächlich der Antike gewidmet.</p>
<p class="p4">Die erste Rubrik, die konstant über zwei Jahre jeden Monat erschien, war die von Wieland initiierte Reihe über historisch bedeutende Persönlichkeiten. Auch andere Gelehrte, zum Beispiel Johann Gottfried Herder schrieben regelmäßig Beiträge für dieses Format.</p>
<p class="p4">„Der Teutsche Merkur“ war die langlebigste Kulturzeitschrift jener Jahre und das einflussreichste und meist diskutierte deutsche Periodikum. Vor allem während der Französischen Revolution war „Der Neue Teutsche Merkur“ eine der wichtigsten Zeitschriften, in denen das Pro und das Contra der Ereignisse intensiv und ausgewogen erörtert wurden. Seine Leser sollten sich eine eigene Meinung bilden, denn darin sah Wieland die Aufgabe des politischen Journalismus. „Der Himmel verhüte, dass ich von irgend einem denkenden Wesen verlange, mit mir überein zu stimmen, wenn er von der Richtigkeit meiner Behauptungen oder Meynungen nicht überzeugt ist; oder daß ich jemahls fähig werde, jemandem meinen Beyfall deßwegen zu versagen, weil er nicht meiner Meynung ist.“, schreibt Wieland in „Der Neue Teutsche Merkur“ im Mai 1794.</p>
<p class="p4">Am 06. Oktober 1808 lädt sich Napoleon „zu Jagd und Tafel“ selbst nach Weimar ein. Beim abendlichen Ball im Schloss lässt er nach Wieland schicken, dem Mann, der seinen Aufstieg vorausgesagt hatte. Der greise Dichter erscheint ohne Perücke, ungepudert und schlicht gekleidet. Beide unterhielten sich anderthalb Stunden wie alte Bekannte. Napoleon würdigte den greisen Dichter und bezeichnete ihn als „Voltaire Deutschlands“.</p>
<p class="p4"><b>Die „Freyheit der Presse“</b></p>
<p class="p4">Die Ereignisse in Frankreich führten zu einer Einschränkung der Pressefreiheit in Deutschland. Doch für Wieland war die Freiheit der Presse die Grundbedingung aller politischen Freiheit. So schrieb er in „Der Teutsche Merkur“ im September 1785:</p>
<p class="p4">„Freyheit der Presse ist Angelegenheit und Interesse des ganzen Menschen-Geschlechtes. Dieser Freyheit hauptsächlich haben wir den gegenwärtigen Grad von Erleuchtung, Kultur und Verfeinerung, dessen unser Europa sich rühmen kann, zu verdanken. Man raube uns diese Freyheit, so wird das Licht, dessen wir uns jetzt erfreuen, bald wieder verschwinden; Unwissenheit wird bald wieder in Dummheit ausarten, und Dummheit wird uns wieder dem Aberglauben und dem tyrannischen Despotismus preisgeben.“</p>
<p class="p4"><b>„Die irdische Verstrickung lösen“</b></p>
<p class="p4">Im Januar 1813 bekam Wieland einen leichten Schlaganfall, von dem er sich zunächst zu erholen schien. Doch dann verschlimmert sich sein Zustand. Er spricht im Fieber, zitiert Shakespeares bekannten Vers „Sein oder Nichtsein&#8230;“ auf Deutsch und Englisch. Kurz vor Mitternacht des 20. Januar tat er seinen letzten Atemzug.</p>
<p class="p1">Ganz Weimar war von der Todesnachricht bewegt. Viele Bürger, Freunde und Verehrer statteten ihm einen letzten Besuch ab.</p>
<p class="p4">„Unsre größte Angelegenheit ist, zu wissen, wer wir selbst sind, wo wir sind, und wozu wir sind. Hierin führen uns unsre Sinne mit Hilfe unsrer Vernunft gerade so weit, aber nicht einen Schritt weiter, als nötig ist, um einzusehen, dass wir in diesem kurzen Dasein unsern Wünschen und Bestrebungen kein höheres Ziel setzen können, als selbst glücklich zu sein und so viel Glück als möglich um uns her zu verbreiten. Weiter reicht unser Vermögen nicht.“<span class="Apple-converted-space">  </span>(Geschichte des Agathon, III. Teil)</p>
<p>&#160;</p>
<p class="p4">Auf meinem Gan Jing World-Kanal: https://ganjing.one/BettinasJungbrunnen findet ihr ein kurzes Video über Christoph Martin Wieland.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/61e027dbb3654b4e8bd337bca4664f27" alt="" width="1" height="1" /></p>
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			</item>
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		<title>Anna Amalia: Zwischen Regierungsgeschäften und Mäzenatentum</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4873</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Oct 2022 08:28:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Anna Amalia ist eine der bedeutendsten Frauen des 18. Jahrhunderts, zog Geistesgrößen wie Goethe und Schiller an und verhalf dem Städtchen Weimar zu Weltruhm. Doch wer war diese Frau, die oft zwischen den anderen Größen unterzugehen droht? „Erhabenes verehrend, Schönes genießend, Gutes wirkend, Förderte sie alles, Was Menschheit, Ehrt ziert und bestätigt“, lautet die Grabinschrift, die<div class="read-more-wrapper"><a  href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4873" title="Read More"> <span class="nobutton"> [&#8230;] </span></a></div>]]></description>
		
		
		
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		<title>Friedrich Schiller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Dec 2019 22:19:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge war Schiller immer vom Höheren beseelt, gab nicht auf und ist sich selbst treu geblieben. Seine Werke sind vielschichtig, nicht immer leicht verständlich, doch zeitlos und aus dem kulturellen Erbe Deutschlands nicht mehr wegzudenken.<span id="more-3354"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Bereits im Alter von 13 Jahren tätigte Schiller seine ersten literarischen Versuche. Doch bevor er sich ganz der Literatur, den Studien der griechischen Mythologie und der europäischen Geschichte widmen konnte, war er gezwungen, zunächst Jura und dann Medizin zu studieren.</p>
<p style="text-align: justify;">„Am liebsten hörte Schiller zu, wenn der Vater Stellen aus der Bibel las oder im Familienkreise seine Morgen-und Abendandachten verrichtete, wo er sich immer von seinen liebsten Spielzeugen losmachte und herbeieilte.</p>
<p>Es war ein erfreuender Anblick, den Ausdruck der Andacht auf seinem jugendlichen Gesichte zu sehen. Seine frommen blauen Augen zum Himmel gerichtet, das rötlich-gelbe Haar, das seine feine Stirn ummalte, und die kleinen, mit Inbrunst gefalteten Hände gaben ihm ein himmlisches Ansehen, man mußte ihn lieben.“ (Schillers Schwester Christophine Reinwald)</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Das Universum ist ein Gedanke Gottes.“ &#8211; </strong>Zitat F. Schiller</p>
<div id="attachment_3358" style="width: 240px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_10f7-Bearbeitet-2.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3358" class="wp-image-3358" src="http://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_10f7-Bearbeitet-2-225x300.jpg" alt="Schillers Geburtshaus in Marbach" width="230" height="307" srcset="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_10f7-Bearbeitet-2-225x300.jpg 225w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_10f7-Bearbeitet-2.jpg 768w" sizes="(max-width: 230px) 100vw, 230px" /></a><p id="caption-attachment-3358" class="wp-caption-text">Schillers Geburtshaus in Marbach</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nicht verwunderlich ist demnach, dass Schiller ursprünglich Pfarrer werden wollte. Doch auf Befehl des württembergischen Herzogs Carl Eugen, der Vorgesetzte seines strengen Vaters, der als Offizier und Militärarzt im herzoglich-württembergischen Regiment diente, kommt er mit 14 Jahren auf die kostenlose Militärschule im Schloss Solitude bei Stuttgart.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: justify;">Dort erwarten ihn strengster militärischer Drill, Zwang und Prügel. Sogar seine rotblonden Haare musste Schiller pudern, weil sie dem Herzog missfielen. Zudem war ihm jegliche Beschäftigung mit schöngeistiger Kunst strengstens verboten. Nur heimlich vermag Schiller Werke von beispielsweise Shakespeare und Voltaire zu lesen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach Beendigung seines Studiums erwarten ihn das bescheidene Gehalt eines Regimentsarztes, weitere Verbote und allerlei Einschränkungen. Diese trostlosen Aussichten und der Drang, endlich seiner wahren Natur als Dramatiker zu folgen, veranlassten ihn nach acht Jahren voller Zwänge und physischer sowie psychischer Züchtigung, letztlich zur Flucht. Im Gepäck eine Glaubens- und Weltanschauungskrise, eine schlechte körperliche Verfassung und finanzielle Nöte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<div id="attachment_3360" style="width: 287px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/DSC00235-Bearbeitet.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3360" class="wp-image-3360" src="http://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/DSC00235-Bearbeitet-300x208.jpg" alt="Schillers Haus in Weimar" width="277" height="192" srcset="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/DSC00235-Bearbeitet-300x208.jpg 300w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/DSC00235-Bearbeitet-1024x711.jpg 1024w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/DSC00235-Bearbeitet-768x533.jpg 768w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2019/12/DSC00235-Bearbeitet.jpg 1280w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /></a><p id="caption-attachment-3360" class="wp-caption-text">Schillers Wohnhaus in Weimar</p></div>
<p style="text-align: justify;">
So überrascht es nicht, dass im Zentrum seiner Dramen die Idee der Freiheit steht. Schönheit, Ästhetik, Moral und Glaube sind weitere zentrale Themen in Schillers Werken und in seinem Leben.</p>
<p>&#160;</p>
<p style="text-align: justify;">
Das folgende Gedicht ist eines meiner Lieblingsgedichte und es behandelt die Freiheit, die Tugend und den Glauben an Gott.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>&#160;</p>
<p style="text-align: center;">  Drei Worte nenn ich euch, inhaltschwer,<br />
Sie gehen von Munde zu Munde,<br />
Doch stammen sie nicht von außen her,<br />
Das Herz nur gibt davon Kunde,<br />
Dem Menschen ist aller Wert geraubt,<br />
Wenn er nicht mehr an die drei Worte glaubt.</p>
<p style="text-align: center;">Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,<br />
Und würd er in Ketten geboren,<br />
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,<br />
Nicht den Mißbrauch rasender Toren,<br />
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,<br />
Vor dem freien Menschen erzittert nicht.</p>
<p style="text-align: center;">Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,<br />
Der Mensch kann sie üben im Leben,<br />
Und sollt er auch straucheln überall,<br />
Er kann nach der göttlichen streben,<br />
Und was kein Verstand der Verständigen sieht,<br />
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.</p>
<p style="text-align: center;">Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,<br />
Wie auch der menschliche wanke,<br />
Hoch über der Zeit und dem Raume webt<br />
Lebendig der höchste Gedanke,<br />
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist,<br />
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.</p>
<p style="text-align: center;">Die drei Worte bewahret euch, inhaltschwer,<br />
Sie pflanzet von Munde zu Munde,<br />
Und stammen sie gleich nicht von außen her,<br />
Euer Innres gibt davon Kunde,<br />
Dem Menschen ist nimmer sein Wert geraubt,<br />
So lang er noch an die drei Worte glaubt.</p>
<div class="read-more-wrapper"><a  href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/3354" title="Read More"> <span class="nobutton"> [&#8230;] </span></a></div>]]></description>
		
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		<title>Johann Wolfgang von Goethe</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jul 2018 07:04:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Johann Wolfgang von Goethe gilt als bedeutendster deutscher Dichter, herausragende Persönlichkeit der Weltliteratur und wird auch im Ausland als Repräsentant des geistigen Deutschlands angesehen.<span id="more-1314"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Anna-Amalia-Bibliothek.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1324 size-medium" src="http://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Anna-Amalia-Bibliothek-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" srcset="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Anna-Amalia-Bibliothek-300x199.jpg 300w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Anna-Amalia-Bibliothek-768x510.jpg 768w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Anna-Amalia-Bibliothek.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Außerdem war er als Theaterleiter, Kunsttheoretiker, Oberster Bibliothekar (<em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4873" target="_blank" rel="noopener">Anna Amalia</a></em> Bibliothek siehe Foto), Naturwissenschaftler, Politiker und Verwalter tätig. Und so ganz nebenbei war er auch noch Geschäftsmann, Ehemann und Vater und er frönte seiner Sammelleidenschaft von unzähligen Mineralien, Gemälden, Büchern, Münzen, Skulpturen und Keramik. Bei so vielen verschiedenen Verpflichtungen und Interessen bedurfte es eines guten Zeitmanagements. Wo blieb da noch der Raum für die Muse, für den kreativen und wissenschaftlichen Austausch mit Gelehrten?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Quelle seiner Kraft und Inspiration</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Ilmpark.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1326 size-medium" src="http://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Ilmpark-300x165.jpg" alt="" width="300" height="165" srcset="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Ilmpark-300x165.jpg 300w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Ilmpark-768x422.jpg 768w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2018/07/Ilmpark.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Die Natur prägte wesentlich Goethes dichterisches Schaffen, seine Korrespondenz und persönlichen Gespräche. Viele seiner Werke sind auf grünen Pfaden entstanden. Im Feld und Wald fand er Inspiration und er war auch maßgeblicher Gestalter ebendieser. Der Park an der Ilm (Foto) wurde nach seinen Vorstellungen, im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt. Inmitten dieser Parkanlage befindet sich sein Gartenhaus nebst Garten. Hier mischte er, wieder nach englischem Vorbild, Nutz-und Zierpflanzen und legte einladende Nischen und Sitzplätze zum Verweilen an. Wobei die Malve, Goethes Lieblingsblume, besondere Aufmerksamkeit erhält. Später, als er sein neues Haus am Frauenplan bezog, gestaltete Goethe auch hier seinen Hausgarten.<br />
Das Wissen um die Gartenkunst eignete er sich durch das Studium der Schriften des damals bedeutendsten deutschen Gartentheoretikers Hirschfeld an. Die Ergebnisse können bis zum heutigen Tag in Weimar bewundert werden.</p>
<p><strong>Goethe und die Religion</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Bibel begleitete Goethe von Kindheit an und er hat sich, auf der Suche nach einer höheren Wahrheit, zeitlebens mit ihr auseinandergesetzt. Jedoch störte ihn die Darstellung der Marterinstrumente bei der Kreuzigung und die des Todes Jesu. Er wollte nicht den Gekreuzigten, er wollte den Auferstandenen dargestellt sehen. Er beklagt in einem Gespräch mit Eckermann am 31.Dezember 1823 auch: „Die Leute traktieren den göttlichen Namen, als wäre das unbegreifliche, gar nicht auszudenkende höchste Wesen nicht viel mehr als ihresgleichen. Sie würden sonst nicht sagen: der Herr Gott, der liebe Gott, der gute Gott. Er wird ihnen, besonders den Geistlichen, die ihn täglich im Munde führen, zu einer Phrase, zu einem bloßen Namen, wobei sie gar nichts denken. Wären sie aber durchdrungen von seiner Größe, sie würden verstummen und ihn vor Verehrung nicht nennen mögen.&#8220; Goethe gebrauchte lieber Umschreibungen wie <strong>„das Unendliche&#8220;</strong>, <strong>„das Ungeheure&#8220;</strong>, <strong>„das ewig Wirkende&#8220;</strong>, <strong>„der Weltgeist&#8220;</strong>, <strong>„die Weltseele&#8220;</strong>, <strong>„das unbekannte höhere Wesen&#8220;</strong>, <strong>„die waltenden Mächte&#8220;</strong>, <strong>„das Ewig-Eine&#8220;</strong>.<br />
In „Dichtung und Wahrheit&#8220; schrieb Goethe: „Mir aber möge man erlauben, dass ich den verehre, der in dem Reichtum seiner Schöpfung so groß war, nach tausendfältigen Pflanzen noch eine zu machen, worin alle übrigen enthalten, und nach tausendfältigen Tieren ein Wesen, das sie alle enthält: den Menschen.&#8220;</p>
<p><strong>Goethe der Naturliebhaber</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Von Anfang an hat er einen besonderen Hang zur Naturfrömmigkeit und er identifiziert Gott mit seiner Schöpfung der Natur und er sieht darin vor allem die Schönheit und das Gute. Für Goethe war Natur und Göttliches identisch und die Naturwissenschaft war für ihn partielle Gotteserkenntnis. So sah er sich als Pantheisten* und weniger als Christen und stand mit dieser Auffassung von Gott und Natur quer zu allen Grundansichten des Jahrhunderts.<br />
Dennoch oder vielleicht auch wegen seines tieferen Verständnisses für die mythischen Kräfte der Natur, hat Goethe so viele Werke hinterlassen, an denen wir uns noch immer erfreuen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2017/10/DSC02083.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-861" src="http://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2017/10/DSC02083-300x225.jpg" alt="" width="285" height="214" srcset="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2017/10/DSC02083-300x225.jpg 300w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2017/10/DSC02083-768x576.jpg 768w, https://www.bettinas-jungbrunnen.de/wp-content/uploads/2017/10/DSC02083.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px" /></a>„Gefunden“ ist eines meiner liebsten Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Er schrieb es 1813 anlässlich des 25. Jahrestages der ersten Begegnung mit seiner Frau Christiane von Goethe, geb. Vulpius. Die Naturbrücke im Park an der Ilm (siehe Foto) ist der Ort dieser ersten Begegnung. Später trafen sich der Dichter und „das Blümchen“ dann häufiger im abseits gelegenen Gartenhaus.</p>
<p>&#160;</p>
<p>&#160;</p>
<p>&#160;</p>
<p>&#160;</p>
<p style="text-align: center;"><span style="text-decoration: underline;">Gefunden</span></p>
<p style="text-align: center;">Ich ging im Walde<br />
So für mich hin,<br />
Und nichts zu suchen,<br />
Das war mein Sinn.</p>
<p style="text-align: center;">Im Schatten sah ich<br />
Ein Blümchen stehn,<br />
Wie Sterne leuchtend,<br />
Wie Äuglein schön.</p>
<p style="text-align: center;">Ich wollt es brechen,<br />
Da sagt es fein:<br />
Soll ich zum Welken<br />
Gebrochen sein?</p>
<p style="text-align: center;">Ich grub&#8217;s mit allen<br />
Den Würzlein aus.<br />
Zum Garten trug ich&#8217;s<br />
Am hübschen Haus.</p>
<p style="text-align: center;">Und pflanzt es wieder<br />
Am stillen Ort;<br />
Nun zweigt es immer<br />
Und blüht so fort.</p>
<p style="text-align: center;">*Pantheismus bezeichnet die Auffassung, dass Gott eins mit dem Kosmos und der Natur ist. Hier ist kein personifizierter Gott vorhanden. Das Göttliche wird im Aufbau und in der Struktur des Universums gesehen, es existiert in allen Dingen und beseelt alle Dinge der Welt bzw. ist mit der Welt identisch.</p>
<div class="read-more-wrapper"><a  href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1314" title="Read More"> <span class="nobutton"> [&#8230;] </span></a></div>]]></description>
		
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		<title>Weimar, die Stadt der Dichter und Denker</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Oct 2017 13:56:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Unterm Himmelszelt]]></category>
		<category><![CDATA[Bistro & Café Gartenliebe]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe Gartenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Wolfgang von Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturhauptstadt Europas 1999]]></category>
		<category><![CDATA[Park an der Ilm]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[UNESCO-Welterbe]]></category>
		<category><![CDATA[UNESCO-Weltkulturerbe]]></category>
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		<category><![CDATA[Zwiebelmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[Weimar, Kulturhauptstadt Europas 1999 und mitten im grünen Herz von Deutschland gelegen, bietet dem kulturinteressierten Besucher eine Vielzahl an Möglichkeiten. Für mich aber ist Weimar Heimat, denn da bin ich geboren und bis zu meinem 18. Lebensjahr lebte ich in dieser kulturellen Hochburg. Damals war die geschichtsträchtige Umgebung und die Millionen von Besuchern aus der ganzen<div class="read-more-wrapper"><a  href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/901" title="Read More"> <span class="nobutton"> [&#8230;] </span></a></div>]]></description>
		
		
		
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		<title>Schloss Tiefurt in Weimar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 May 2017 17:23:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Wochenende war ich im wunderschönen Weimar, in meiner Heimat. Das herrliche Wetter nutzend, blauer Himmel und Sonnenschein, haben wir einen Ausflug in das nahegelegene Tiefurt unternommen. An meinen letzten Besuch zu diesem kleinen Ortsteil Weimars kann ich mich kaum erinnern &#8211; umso größer war die Überraschung. Obwohl wir hier nur einen Vormittag verbrachten, war<div class="read-more-wrapper"><a  href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/323" title="Read More"> <span class="nobutton"> [&#8230;] </span></a></div>]]></description>
		
		
		
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