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	<title>Geschichte</title>
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		<title>Mark Twain: Ein Leben voller Höhen und Tiefen</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Nov 2024 18:27:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mark Twain, einer der bedeutendsten Schriftsteller der amerikanischen Literatur, führte ein Leben voller beeindruckender Höhen und tragischer Tiefen. Mit scharfem Humor, meisterhafter Sprache und einem unermüdlichen Blick auf die menschliche Natur schuf er Werke, die bis heute begeistern und inspirieren. Doch hinter seinen Geschichten verbarg sich ein Leben, das ebenso faszinierend und facettenreich war wie<div class="read-more-wrapper"><a  href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/6396" title="Read More"> <span class="nobutton"> [&#8230;] </span></a></div>]]></description>
		
		
		
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		<title>Hildegard von Bingen: Visionärin zwischen Himmel und Erde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 19:23:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="p1">Die Sehnsucht nach Heilung und Erlösung war schon immer tief in den Menschen verwurzelt, damals wie heute. Fragen nach dem Sinn des Lebens, dem wahren Glück und dem Platz des Menschen in der Schöpfung begleiten die Menschheit seit jeher. Doch wer kann diese Fragen beantworten? Wer zeigt uns den Weg durch die Dunkelheit? Und letztlich: Wer ist Gott und wie teilt er sich uns mit?<span id="more-5776"></span></p>
<p class="p1">Eine Frau im 12. Jahrhundert erhob ihre Stimme, um genau diesen Fragen nachzuspüren: Hildegard von Bingen, eine Seherin und Heilerin, deren Weisheit und Erkenntnis weit über die Klostermauern hinaus strahlte. Ihre Werke sind eine Botschaft der himmlischen Harmonie, die in die irdische Welt hinabstrahlt.</p>
<p class="p1">„Jemand wollte ein Loch graben. Doch als er mit einem Holz- und einem Eisenwerkzeug grub, entsprang einem Stein, auf den er stieß, Feuer, sodass man diese Stelle auf keine Weise durchbohren konnte. Da machte er die Größe dieser Stelle kenntlich und bohrte dort mit großer Anstrengung trotzdem einige Löcher. Und dieser Mann sprach zu sich: Ich habe mich sehr abgeplagt, doch der nach mir kommt, wird leichtere Arbeit haben, denn er findet alles für sich bereit.- Natürlich wird dieser Mann von seinem Herrn gelobt werden, denn sein Werk ist an Größe und Ausdauer viel nutzbringender als die Arbeit an lockerer Erde, die vom Flug umgewendet wird. So wird ihn auch sein Herr für einen ganz starken Streiter erachten, der sein Heer bestens unterstützen kann. Und er wird ihn über die andern Bauern stellen, die zu gegebener Zeit den Ertrag abliefern. Denn wer immer sich zuerst mühte, übertrifft die Arbeit dessen, der ihm folgt. Der Schöpfer der Welt begann nämlich zuerst zu schaffen, und danach ließ er seine Diener in seinem Sinn arbeiten.“</p>
<p class="p1">Mit der Fabel vom weisen Mann antwortet Hildegard Äbtissin von Dietkirchen, die sich auf der Suche nach Rat und „ein paar Mahnworte, die meine Seele erbauen und mir Vertrauen auf Gott einflößen sollen“ an sie wendet.</p>
<p class="p1"><b>Von einem kränklichen Kind zur geistlichen Mutter</b></p>
<p class="p1">Hildegard wurde 1098 als zehntes Kind des Edelfreien Hildebert von Bermersheim geboren. Schon früh erkannte ihre Familie, dass sie ein besonderes Kind war, doch ihre Kindheit war von Krankheit geprägt. Als sie acht Jahre alt war, gaben ihre Eltern das schwache, aber kluge Mädchen in die Obhut des Benediktinerklosters Disibodenberg. Dort fand sie in Jutta von Sponheim eine strenge, aber weise Mentorin, die Hildegard in den Psalmen und dem Gesang unterrichtete.</p>
<p class="p1">Hildegard lebte 44 Jahre lang in dieser geistlichen Gemeinschaft, bis sie 1150 schließlich ein eigenes Kloster gründete – den Rupertsberg, in der Nähe von Bingen. Ihre Visionen, die sie seit ihrer Kindheit begleiteten, machten sie zur gefragten Ratgeberin für Könige, Päpste und Kaiser.</p>
<p class="p1"><b>Diskreter Führungsstil – Die Weisheit der „Discretio“</b></p>
<p class="p1">Die benediktinische Lebensform, die auf den heiligen Benedikt zurückgeht, war von einem Prinzip geprägt, das Hildegard als essenziell für ihr Leben und ihre Führung betrachtete: „Discretio“. Dieses Wort steht für die kluge Balance im Leben, für maßvolles Handeln und die Fähigkeit, zwischen den richtigen Wegen zu unterscheiden.</p>
<p class="p1">Für Hildegard war die Klosterregel, die auf dieser Weisheit basierte, nicht nur eine Richtschnur für ihr eigenes Leben, sondern auch ein Fundament für die gesamte klösterliche Gemeinschaft.</p>
<p class="p1">Als Äbtissin erkannte Hildegard, dass „discretio“ die Schlüsselkompetenz für jede Führungsposition sei. Die Aufgabe eines Anführers bestand für sie darin, Menschen mit ihren unterschiedlichen Begabungen, Temperamenten und Schwächen zu einer harmonischen Gemeinschaft zu formen. Diese Balance, so Hildegard, war die treibende Kraft, die das Zusammenleben und das Zusammenwirken verschiedener Menschen überhaupt erst möglich machte.</p>
<p class="p1">Sie ermahnte diejenigen, die Rat bei ihr suchten, zuerst in sich selbst die Balance zu finden und ihre innere Mitte zu bewahren: „Seid aufmerksam und achtsam“, warnte sie, „weder andere noch sich selbst darf man über- oder unterfordern.“</p>
<p class="p1"><b>Auf Augenhöhe mit den Großen der Welt – „Die Prophetin vom Rhein“</b></p>
<p class="p1">Schon bald verbreitete sich Hildegards Ruf weit über die Grenzen ihres Klosters hinaus. Ihre Schriften und Visionen erreichten Könige und Kaiser, darunter Friedrich Barbarossa, den mächtigsten Herrscher des Heiligen Römischen Reiches. In einem ihrer berühmtesten Briefe scheut sie sich nicht, dem Kaiser seine Fehler direkt vor Augen zu führen: „In der mystischen Schau sehe ich, wie du dich wie ein Kind verhältst und gleichsam wie ein Verrückter“ und „Achte darauf, so zu sein, dass die Gnade Gottes in dir nicht erlahmt.“</p>
<p class="p1">Diese Worte zeigen die mutige Stimme einer Frau, die in einer von Männern dominierten Welt nicht nur mit Weisheit, sondern auch mit unerschütterlicher Überzeugung sprach. Insgesamt 390 Briefe sind erhalten, in denen Hildegard sowohl Herrscher als auch einfache Gläubige beriet – oft in Latein, obwohl sie sich selbst als „indocta“ (ungelehrt) bezeichnete. Doch ihr Mut und ihre Klarheit machten sie zu einer gefragten Ratgeberin.</p>
<p class="p1"><b>Tugenden als Wegweiser zum Himmel</b></p>
<p class="p1">„Rede also von diesen wunderbaren Dingen, und schreibe sie, auf diese Weise belehrt, nieder und berichte sie!“, hörte Hildegard eine Stimme vom Himmel, die sie anwies, ihre Visionen niederzuschreiben. Seit ihrem fünften Lebensjahr hatte sie „das Geheimnis verborgener, wunderbarer Schauungen“ erfahren, doch sie teilte sie nur mit wenigen Vertrauten. Erst im Jahr 1141, im Alter von 42 Jahren, wurde sie von einem „feurigen Licht mit stärksten Leuchten, das aus dem offenen Himmel kam“ durchströmt, und begann daraufhin, ihre Visionen niederzuschreiben.</p>
<p class="p1">„Die Visionen aber, die ich schaute, habe ich weder in Träumen noch schlafend noch in Geistesverwirrung noch mit den leiblichen Ohren des äußeren Menschen noch an verborgenen Orten wahrgenommen, sondern ich empfing sie wachend und umsichtig bei klarem Verstand mit den Augen und Ohren des inneren Menschen an zugänglichen Orten nach dem Willen Gottes.“ So schildert Hildegard ihre Erlebnisse in ihrem Werk Scivias.</p>
<p class="p1">Insgesamt verfasste sie 26 Visionen in drei Hauptwerken: Scivias, Das Buch der Lebensverdienste und Das Buch vom Wirken Gottes. Für Hildegard war der Mensch das „vollkommene Werk Gottes“ und zugleich derjenige, der zwischen Gut und Böse entscheiden muss. Die Tugenden, so lehrte sie, seien Gottes Geschenk an die Menschen, um ihnen den Weg zum Himmel zu weisen. „Ist doch der Mensch das volle Werk Gottes. Auf diese Weise beherrscht der Mensch die gesamte Schöpfung, denn er ist mehr als alle Kreatur.“</p>
<p class="p1">Ihre eigene Lebenserfahrung schildert sie in einem Brief an ihre Nonnenschwestern. Demzufolge „gewinnt der Mensch das höchste Wissen unter der Last der Härte, die von dem kommt, was schädlich ist, und so erkennt er, was Gut und Böse ist, und so kann er allem einen Namen geben“.</p>
<p class="p1"><b>„Physica“ – Die Heilkraft der Natur</b></p>
<p class="p1">Hildegard von Bingen lebte inmitten einer fruchtbaren Landschaft, nahe am Fluss, umgeben von üppigen Wäldern und in einer Region, die für ihre Edelsteinvorkommen bekannt war. Diese natürliche Umgebung ermöglichte es ihr, die Elemente der Natur genau zu beobachten und tiefere Einsichten zu gewinnen.</p>
<p class="p1">Sie betrachtete die Schöpfung als ein Geschenk Gottes an die Menschheit, in dem alles seinen Platz und seine Ordnung hat. Diese Überzeugung spiegelte sich in ihrer umfangreichen wissenschaftlichen und medizinischen Enzyklopädie „Physica“ wider, die umfassende Kenntnisse über Pflanzen, Tiere und Mineralien enthält.</p>
<p class="p1"><b>Harmonie von Körper und Geist</b></p>
<p class="p1">Für Hildegard war Krankheit Ausdruck einer Unordnung im Körper. Sie sah es als ihre Aufgabe, das Gleichgewicht wiederherzustellen, wobei die richtige Ernährung eine zentrale Rolle spielte – denn für sie waren Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden.</p>
<p class="p1">„Wenn nämlich ein Mensch seinen Leib maßvoll nähert, hat er einen sanftmütigen und frohen Charakter. Lebt er aber im Übermaß an Speisen und Gelagen, dann lässt er jedwedes schädliche Laster in sich wuchern. Wer dagegen durch maßlose Abstinenz seinen Leib aufreibt, kommt immer zornig daher.“</p>
<p class="p1">Hildegard ging davon aus, dass die inneren „Säfte“ des Körpers durch verschiedene Nährstoffe ausgeglichen werden müssen, um die Harmonie zu bewahren. Sie gab zudem allgemeine Ratschläge zur richtigen Ernährungsweise.</p>
<p class="p1">So empfahl sie beispielsweise ein warmes Frühstück aus Feldfrüchten und Mehl, „damit es seinen Magen-Darm anheizt“. Nach dem Essen sollte man „nicht sogleich schlafen, ehe nicht die Geschmacksstoffe und die arteigenen Saftstoffe samt den Duftstoff an die Stellen gelangten, für die sie bestimmt sind“. Dinkel bezeichnete Hildegard als das „Wundergetreide“. Uneingeschränkt empfahl sie dessen täglichen Verzehr, und für jede Mahlzeit findet man bei ihr passende Dinkelrezepte.</p>
<p class="p1"><b>Krankheit als „kreative Auszeit“</b></p>
<p class="p1">Trotz ihrer schwachen Gesundheit war Hildegard zeitlebens eine unermüdliche Arbeiterin. Sie litt häufig an Krankheiten, doch sie betrachtete ihre Leiden nie als bloße Schwäche. Wie der Apostel Paulus erkannte auch sie in ihrem Leiden eine Prüfung Gottes. In einem Brief schreibt sie: „Um Hochmut und Überheblichkeit vorzubeugen, wurde mir wie auch dem Apostel ein ‚Stachel ins Fleisch‘ gegeben, der mich meiner Gebrechlichkeit mahnt.“</p>
<p class="p1">Statt sich von ihrer Krankheit lähmen zu lassen, nutzte Hildegard diese Phasen als „kreative Auszeit“, um sich auf ihre nächste Aufgabe vorzubereiten. Diese Zeiten der körperlichen Schwäche halfen ihr, sich geistig zu stärken und ihre Visionen weiterzuentwickeln.</p>
<p class="p1"><b>Ein Erbe für die Ewigkeit</b></p>
<p class="p1">Hildegard von Bingen starb am 17. September 1179 im Alter von 81 Jahren. Trotz ihrer körperlichen Schwäche hinterließ sie ein gewaltiges Werk, das bis heute einzigartig in Umfang und Qualität ist. Neben ihren Visionen und naturkundlichen Schriften hinterließ sie 77 Kompositionen – ein Zeugnis ihrer spirituellen und künstlerischen Kraft.</p>
<p class="p1">Schon zu ihren Lebzeiten galt Hildegard als Heilige, und viele Menschen waren überzeugt, dass sie ein Werkzeug Gottes auf Erden war. Doch erst 2012, fast 900 Jahre nach ihrem Tod, wurde sie von Papst Benedikt XVI. zur Kirchenlehrerin und Heiligen erhoben – eine der wenigen Frauen, die diese Ehre erhalten haben.</p>
<p class="p1">Ihr Erbe bleibt lebendig: Ihre Schriften und Kompositionen inspirieren weiterhin Generationen, ihre Lehren über Heilung und spirituelle Gesundheit sind heute ebenso aktuell wie damals. Hildegard von Bingen war nicht nur eine Mystikerin, sondern eine Pionierin ihrer Zeit – eine Frau, deren Weisheit und spirituelle Visionen die Grenzen ihres Klosters weit überschritten und die Welt nachhaltig geprägt haben.</p>
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		<title>Weihnachten zwischen Krieg und Frieden: Eine Erinnerung an das Wesentliche</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/5205</link>
		
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 14:48:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Frieden und Harmonie sind die ureigensten Bedürfnisse der menschlichen Natur – egal wo, egal wann.<span id="more-5205"></span></p>
<p>Es ist bitterkalt. Schlamm bedeckt die Wege, teils gefroren. Erschöpfung steht den Soldaten ins Gesicht geschrieben – auf beiden Seiten der Front. Es ist Dezember 1914, und die Hoffnung, Weihnachten zu Hause bei den Liebsten zu verbringen, schwindet mit jedem Tag.</p>
<p>Doch dann, an Heiligabend, geschieht das Undenkbare. An vielen Frontabschnitten in Belgien und Frankreich sowie in anderen Gebieten zwischen Nordsee und Schweizer Grenze kehrt Ruhe ein. Der Krieg macht Pause. Deutsche Soldaten entzünden Kerzen entlang der Schützengräben, die oft nur wenige Meter voneinander entfernt sind. Die Melodie von „Stille Nacht, heilige Nacht“ erfüllt die Luft, Briten stimmen ein mit „Silent Night“, und auch Franzosen und Belgier singen „Douce nuit“. Für einen Moment sind sie keine Feinde mehr, sondern Menschen, die ein Bedürfnis verbindet: Frieden.</p>
<p>Ein bayerischer Soldat schreibt in einem Brief an seine Eltern: „Zwischen den Schützengräben stehen die verhassten und erbittertsten Gegner um den Christbaum und singen Weihnachtslieder. Diesen Anblick werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“</p>
<p>Am ersten Weihnachtsfeiertag setzt sich der Weihnachtsfrieden fort: Briten und Deutsche spielen Fußball im Niemandsland, schneiden sich gegenseitig die Haare, tauschen kleine Geschenke und Lebensmittel. Inmitten von Kälte und Krieg wird Gemeinschaft gelebt. Glaube, Hoffnung und Menschlichkeit verbinden, wo zuvor Hass herrschte.</p>
<p><strong>Von der Front ins Heute</strong></p>
<p>Über 100 Jahre später leben wir in friedlicheren Zeiten. Und doch: Für manche fühlt sich Weihnachten weniger wie ein Fest des Friedens an, sondern eher wie ein emotionales Minenfeld. Bereits Anfang Dezember beginnt die „Schlacht der Geschenke“, und spätestens an den Feiertagen entladen sich Spannungen, die sich lange angestaut haben. Es scheint fast ironisch, dass gerade ein Fest der Liebe und Besinnlichkeit für so viele zu einer Quelle von Stress und Streit wird.</p>
<p>Doch was läuft schief? Vielleicht ist es der Wunsch, es allen recht zu machen, oder unser Streben nach Perfektion. Vielleicht fehlt uns auch die Geduld, die Toleranz, mit den Eigenheiten anderer umzugehen. Dabei könnte Weihnachten eine Gelegenheit sein, nicht nur die eigenen Grenzen kennenzulernen, sondern sie auch zu überwinden.</p>
<p><strong>Das Chaos umarmen</strong></p>
<p>Ein Anfang wäre, Missgeschicke mit Humor zu nehmen. Vor einigen Jahren trugen mein Vater und ich den Weihnachtsbaum in die Wohnung, schmückten ihn und freuten uns über sein prächtiges Aussehen. Doch am Abend begann der Baum, einen seltsamen Geruch zu verströmen. Nach einigem Rätseln entdeckten wir den Übeltäter: die Katze des Nachbarn hatte den Baum markiert, während er draußen lagerte. Es war chaotisch, aber genau dieses Fest bleibt mir bis heute in liebevoller Erinnerung.</p>
<p>Sind es nicht oft die kleinen Pannen, die uns Jahre später noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Vielleicht sollten wir uns öfter daran erinnern, dass Perfektion überschätzt wird und das wahre Glück im Unperfekten liegt.</p>
<p><strong>Toleranz üben</strong></p>
<p>Weihnachten bietet die ideale Bühne, um Toleranz zu praktizieren. Das lateinische Wort „tolerare“ bedeutet „erdulden“, und genau darum geht es: einander aushalten, Meinungen respektieren und Unterschiede annehmen. Es ist, wie Immanuel Kant sagte: „Lass doch einen jeden auf seinem Steckenpferd reiten, solange er dich nicht nötigt, mitzureiten.“</p>
<p>Wenn wir neugierig bleiben, Fragen stellen und nicht vorschnell bewerten, können Gespräche entstehen, die uns bereichern – selbst mit Menschen, die uns sonst herausfordern. Und vielleicht ist das der Schlüssel, um aus einer emotionalen „Frontlinie“ eine friedliche Gemeinschaft zu machen.</p>
<p><strong>Gemeinschaft am Tisch</strong></p>
<p>Der Tisch ist seit jeher ein Symbol der Zusammenkunft. Jesus feierte das Abendmahl mit seinen Jüngern. Im Ersten Weltkrieg saßen Feinde gemeinsam am Tisch und teilten Essen. Diese Momente zeigen: Gemeinschaft ist möglich, selbst unter den schwierigsten Umständen.</p>
<p>Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Vielleicht hat ein Familienmitglied plötzlich beschlossen, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Statt sich daran zu stoßen, lohnt es sich, das Positive zu sehen: Klöße und Rotkraut schmecken auch ohne Gans. Und wer sich ärgert, kann die Gelegenheit nutzen, an seiner eigenen Toleranz zu arbeiten. Denn ein guter Gastgeber ist nicht derjenige, der alles perfekt macht, sondern der, der Nähe und Herzlichkeit vermittelt.</p>
<p><strong>Zurück zum Wesentlichen</strong></p>
<p>Das Weihnachtsfest ist nicht in erster Linie eine Tradition, sondern eine menschliche Notwendigkeit. Seit Jahrhunderten vermittelt es Werte wie Hoffnung, Nächstenliebe und Gemeinschaft. Die immergrünen Zweige am Adventskranz symbolisieren Treue und Hoffnung, die Kerzen das Licht, das selbst in der tiefsten Dunkelheit leuchtet. Es sind diese Symbole, die uns daran erinnern, worauf es wirklich ankommt: nicht auf teure Geschenke oder perfekte Menüs, sondern auf das Miteinander.</p>
<p>Vielleicht sollten wir uns dieses Jahr fragen: Können wir den Tisch als Ort der Verbindung sehen, nicht als Schützengraben? Können wir uns öffnen für die Menschen um uns herum, mit all ihren Eigenheiten? Denn dann – und nur dann – können wahre Wunder geschehen.</p>
<p>Ich wünsche Euch eine Weihnachtszeit voller Frieden, Herzenswärme und unvergesslicher Momente.</p>
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		<item>
		<title>Ein Jahrhunderte währender Streit: Wie schreibt man deutsch?</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4855</link>
		
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2022 19:16:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="auszug">Fraktur, Antiqua oder Minuskel, welche dieser Schriften kann wirklich als „deutsche Schrift“ bezeichnet werden? Welche Schrift fließt leicht aus der Feder und schont das Auge? In den letzten Jahrhunderten diskutierten Gelehrte, Politiker und Buchdrucker diese Fragen.</p>
<p><span id="more-4855"></span></p>
<p>Die Grundlage für unsere heutige Schreib– und Druckschrift basiert auf dem lateinischen Alphabet und besteht aus je 26 Majuskeln und Minuskeln sowie Buchstabenkombinationen mit Umlauten und Akzentzeichen. Zuvor prägten unzählige Schriftformen die gedruckten und handgeschriebenen Werke. Den gebrochenen Schriften, Frakturschriften, haftet bis heute das Odium des Deutschnationalen an, obwohl sie seit dem 16. Jahrhundert die am meisten verwendete Druckschrift im deutschsprachigen Raum war. Volkstümliche Drucke erschienen in Fraktur. Dichter, die auf eine große Verbreitung ihrer Werke Wert legten, ließen sie in Fraktur drucken.</p>
<p>Tatsächlich wurde die Frakturschrift 1941 von den Nationalsozialisten verboten, nachdem sie zuvor von ihnen propagiert worden war. Durch die fortwährende Ideologisierung der Fraktur ist der Umgang mit ihr fast vollständig verloren gegangen. Ganze Bibliotheksbestände aus Jahrhunderten drohen in Vergessenheit zu geraten, weil kaum jemand noch in der Lage ist, sie zu lesen.</p>
<p><strong>Verbot der Fraktur</strong></p>
<p>Am 17. August 1934, im Jahr nach der Machtergreifung, bekräftigte Adolf Hitler die dauerhafte Vormachtstellung der deutschen Fraktur gegenüber der lateinischen Antiqua. Er reagierte damit auf die zunehmende Verwendung der Antiqua für <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/5286" target="_blank" rel="noopener">deutschsprachige</a></em> Texte im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Während im Jahr 1861 noch 78 Prozent aller in Deutschland gedruckten Bücher in Fraktur gesetzt wurden, waren es 1891 nur noch 59 Prozent und im Jahr 1928 lediglich 57 Prozent.</p>
<p>Nachdem allerdings die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Polen, Frankreich, die Niederlande und Belgien besetzt hatte und Hitler die Feldzüge in Jugoslawien und Griechenland sowie den späteren Einmarsch in die Sowjetunion plante, warf er seine Vorstellung von der Dominanz der Fraktur recht schnell über Bord.</p>
<p>Die Fraktur behinderte die Verständigung mit der Bevölkerung in den besetzten Gebieten. Die von den Deutschen erlassenen Gesetze und Befehle waren schwer lesbar und konnten somit nicht befolgt werden. Zudem erschwerte sie die Briefzensur. In einem Rundschreiben vom 3. Januar 1941 wurde angeordnet, dass die Antiqua-Schrift künftig als Normalschrift zu bezeichnen sei.</p>
<p>Jahrzehnte zuvor plagte die Fraktur ein Akzeptanzproblem in den Volksschulen, denn sie galt als zu schwer zu erlernen. Am 4. Mai 1911 erreichte der vorangegangene Schriftstreit zwischen der Antiqua und der Fraktur im deutschen Reichstag einen neuen Höhepunkt. Das preußische Kultusministerium erteilte den Auftrag, eine einfachere, aber dezidiert „deutsche“ Schreibschriftvariante zu entwerfen, die auch als Erstschrift für Schulanfänger geeignet sei. Den ausgeschriebenen Wettbewerb konnte der Berliner Grafiker und Pädagoge Ludwig Sütterlin für sich entscheiden. Die Sütterlinschrift wurde 1917 unter dem Titel „Neuer Leitfaden für den Schreibunterricht“ präsentiert und 1934 für das gesamte Reich verbindlich. Fraktur und Antiqua wurden als Druckschrift weiterhin verwendet.</p>
<p><strong>Maximilian I. und die Schöpfung der Fraktur</strong></p>
<p>Doch wie entstand die Fraktur? Kaiser Maximilian I. war ein Kenner und Liebhaber der Kalligrafie. Er zog im 15. Jahrhundert die noch junge Kunst des Buchdrucks <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/5819" target="_blank" rel="noopener">Johannes Gutenbergs</a></em> heran, um seine Macht durch schöne Schriftwerke zur Schau zu stellen. Für prächtige Bauwerke fehlten ihm die finanziellen Mittel.</p>
<p>Die kaiserlichen Drucke sollten seiner national bewussten Geisteshaltung entsprechen und demnach wurde auf die Verwendung der lateinischen Schrift, die humanistischen Minuskel, verzichtet. Schreibmeister und Kalligrafen entwarfen Vorlagen, die der Kaiser korrigierte. Am 30. Dezember 1513 war der Druck des Gebetsbuches für Maximilian I. beendet. Damit war die erste Fraktur entstanden – das Buch kann als eine der größten Schöpfungen der deutschen Buchkunst bezeichnet werden.</p>
<p><strong>Grimm: „Ungestalte und hässliche Schrift“</strong></p>
<p>Im Laufe der Jahrhunderte gab es Fürsprecher und Kritiker der Fraktur. Als Streiter für die ausschließliche Verwendung der lateinischen Schrift setzte sich <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1470" target="_blank" rel="noopener">Jakob Grimm</a></em> ein. In der Vorrede zum „<em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/5286" target="_blank" rel="noopener">Deutschen Wörterbuch</a></em>“, das 1854 in Leipzig erschien, schreibt er: „Es verstand sich fast von selbst, dass die ungestalte und hässliche Schrift, die noch immer unsere meisten Bücher gegenüber denen aller übrigen gebildeten Völker von außen barbarisch erscheinen lässt und einer sonst allgemeinen Übung unteilhaftig macht, beseitigt bleiben müsste. Leider nennt man diese verdorbene und geschmacklose Schrift sogar eine deutsche … Nichts ist falscher, und jeder Kundige weiß, dass im Mittelalter durch das ganze Europa nur eine Schrift, nämlich die lateinische, für alle Sprachen galt und gebraucht wurde.“<img decoding="async" class="lazy" src="https://vg06.met.vgwort.de/na/cf25c4fe20b5488a880671620cef8fdc" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Seine Meinung fand nur im Rahmen der wissenschaftlichen Literatur Geltung. Selbst die <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4638" target="_blank" rel="noopener">Kinder- und Hausmärchen</a></em> der <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1470" target="_blank" rel="noopener">Gebrüder Grimm</a></em>, von denen 1899 bereits die 30. Auflage erschienen war, wurden fast ausschließlich in Fraktur gedruckt und hätten vermutlich in Antiqua nie diese gewaltige Verbreitung gefunden.</p>
<p><strong>Ohne Sprache kein Volk</strong></p>
<p><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/5617" target="_blank" rel="noopener"><em>Christoph Martin Wieland</em></a> – neben <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1314" target="_blank" rel="noopener">Goethe</a></em>, <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/3354" target="_blank" rel="noopener">Schiller</a></em> und Herder der Älteste des klassischen Viergestirns von Weimar – war Lehrer, Verleger, Dichter, Übersetzer und Schriftsteller. Er zeigte sich zuerst begeistert über die Antiquaschrift und hielt sie „eines schönen Druckes vorzüglich würdig“. Ein Jahr später erschienen dann seine „Sämtlichen Werke“ in der ersten deutschen klassizistischen Antiqua, der Prillwitz-Antiqua.</p>
<p>Am 15. Juli 1799 schrieb er jedoch an seinen Verleger: „Was dem Unternehmen [Gesamtausgabe seiner Werke] nicht wenig geschadet hat, sind die verwünschten lateinischen Lettern, die wir uns von den Liebhabern der geraden und halbrunden Linien haben aufschwatzen lassen. Ich habe seit drei bis vier Jahren Gelegenheiten genug gehabt, von Herren und Damen aller Klassen und Stände zu hören, dass sie deutsche Texte lieber mit deutschen, also mit den gewöhnlichen Lettern gedruckt lesen, als mit den lateinischen. Auch ist, wenn man die Wahrheit ehrlich gestehen soll, unleugbar, dass die Breitkopfischen Formen der deutschen Lettern das Auge weniger angreifen als die lateinischen. … Sogar Engländer und Franzosen haben mir gesagt, sie läsen deutsche Bücher lieber mit deutschen Lettern.“</p>
<p>Als überzeugte Anhängerin der Fraktur zeigt sich Goethes Mutter Katharina Elisabeth. Die Schriftfrage ist Gegenstand mehrerer Briefe an ihren Sohn. Erfreut ist sie „dass Deine Schriften, alte und neue, nicht mit den mir so fatalen lateinischen Lettern das Licht der Welt erblickt haben“ und wünscht „bleibe deutsch, auch in den Buchstaben.“</p>
<p>In Anbetracht der Niederlage Preußens und der napoleonischen Besetzung bittet sie am 25. Dezember 1807: „Halte fest an deutschem Sinn, deutschen Buchstaben, denn wenn das Ding so fort geht, so wird in fünfzig Jahren kein Deutsch mehr geredet noch geschrieben, und Du und <em><a href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/3354" target="_blank" rel="noopener">Schiller</a></em>, Ihr seid hernach klassische Schriftsteller wie Horaz, Livius, Ovid und wie sie alle heißen, denn wo keine Sprache mehr ist, da ist auch kein Volk.“</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Sprachpflege</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Sprache ist Tradition, sie gilt als Immaterielles Kulturerbe und will gepflegt werden. Vor allem die deutsche Sprache ist sehr präzise und reichhaltig und war in der Geschichte durch politische oder soziale Einflüsse ständigen Veränderungen ausgeliefert. So wandelte sie sich fortwährend mit dem Stil der Architektur, der Medien und ist auch mit Religion und Weltanschauung eng verknüpft.</p>
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		<title>Kleine Götterkunde</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/4670</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 09:55:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturelles]]></category>
		<category><![CDATA[Traditionelles]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom Anbeginn der Zeit richteten die Menschen ihren Alltag und ihr Leben nach der Natur, den Gestirnen und den Göttern aus. Auch heute noch spiegelt sich diese Gepflogenheit in unserem täglichen Leben wider.<span id="more-4670"></span></p>
<p>War es die anfängliche Leere mit einem ungeheuren, dunklen und gierig gähnenden Schlund, eine Art uranfängliches Chaos, aus dem unsere Welt entstand? Fragen über die Entstehung der Welt, der Götter und Menschen kehren bei allen Völkern wieder. Die in der Natur wirkenden Kräfte, die Bewegung der Himmelskörper und der Wechsel von Licht und Finsternis, von Sommer und Winter waren existenzielle Indikatoren für unsere Vorfahren. Die Germanen waren der tiefen Überzeugung, dass Finsternis und Kälte die Keimzeit des lichten und warmen Lebens ist. So rechneten sie die Zeit nach Nächten und Wintern.</p>
<p>Heute brauchen wir unseren Blick nicht mehr gen Himmel zu richten oder Nächte zu zählen. Wir haben einen zuverlässigen Kalender und können unser Leben schon Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre im Voraus planen. Doch der uns bekannte Jahrweiser hat eine lange Entwicklung und mehrere Reformen durchlaufen. An der Namensgebung für unsere Wochentage und Monate lassen sich noch heute Rückschlüsse auf unsere Vorfahren und ihren Glauben an Gottheiten ziehen.</p>
<p><strong>Julianischer Kalender</strong></p>
<p>Im Römischen Reich begann das Jahr ursprünglich am 1. März und wurde durch die Kalenderreform von Julius Cäsar um 45 v. Chr. auf den 1. Januar verlegt. Somit wurde der römische Kalender vom julianischen Kalender abgelöst. Beginnend mit dem Jahr 1582 wurde auch dieser schrittweise durch den in astronomischer Hinsicht verbesserten gregorianischen Kalender ersetzt. Doch in manchen Teilen der Welt blieb der julianische Kalender bis weit in das 20. Jahrhundert hinein gültig, im kirchlichen Bereich teilweise noch heute. Nach julianischem Datum wäre heute nicht der 15. Januar, sondern der 2. Januar 2022.</p>
<p><b>Gregorianischer Kalender</b></p>
<p>Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts ist der gregorianische Kalender, oder auch bürgerlicher Kalender genannt, der weltweit meistgebrauchte Jahresweiser. Der Namensgeber ist Papst Gregor XIII., der ihn 1582 mit der päpstlichen Bulle „Inter gravissimas“ verordnete. Wie sein Vorläufer, der julianische Kalender, ist auch dieser ein Solarkalender, jedoch mit einer verbesserten Schaltjahresregelung. Ein wesentlicher Bestandteil der Reform war ein korrigiertes Verfahren zur Bestimmung des Osterfestes.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auch war ein einheitlicher Frühlingsanfang zum 21. März sowie ein einheitlicher Jahresbeginn zum 1. Januar relevant. Da Januar im Lateinischen „ianua“ heißt und „Tür“ bedeutet, ergibt das natürlich Sinn. Auch bot sich die Nähe zum Christfest und der Wintersonnenwende für diesen gewählten Neujahrsbeginn an. Im Mittelalter begannen das Jahr und somit auch die Feiertage an unterschiedlichen Tagen. So löste der gregorianische Kalender zum 5. Oktober 1582 den julianischen und auch verschiedene andere Kalendarien ab.</p>
<p><b>Jeder Wochentag für einen Gott</b></p>
<p>In vielen Kulturen wurden die Wochentage nach Gottheiten oder Himmelskörpern benannt und noch heute ist die ursprüngliche Bezeichnung erkennbar. Die Germanen nahmen sich die römischen Götter zunächst als Vorbilder, entschieden sich später jedoch dazu, ihre eigenen Bezeichnungen zu wählen. Auch lässt sich anhand der Wochentage ableiten, welcher Stellenwert diesen Göttern eingeräumt wurde.</p>
<p>Zur damaligen Zeit galt der Sonntag als Wochenbeginn und wurde bei den Römern nach dem Sonnengott Sol, also „dies Solis“ getauft. Auch die Germanen konnten sich mit der Sonne identifizieren und benannten den Sonntag nach ihrer Sonnengöttin „Sunna“.</p>
<p>Da bei den alten Germanen der Mond der Bruder der Sonne ist, folgt auf den Sonntag der Tag zu Ehren des Mondes. So wurde dem Gott des Mondes, Mani, der Montag gewidmet. Die alten Römer nannten ihn „dies Lunae“, “der Tag des Mondes”.</p>
<p>Der Dienstag gedenkt des römischen Kriegsgottes Mars. Die Germanen nannten ihn Tius, Gott des Rechts und Schutzherr der Thingversammlung (Volks- und Gerichtsversammlung).</p>
<p>Da Konstantinopel an einem Dienstag fiel, gilt in der griechischen Kultur der Dienstag traditionell als Unglückstag.</p>
<p>Der germanische Göttervater Wodan wird mit dem Mittwoch geehrt. Im englischen „Wednesday“ ist dieser Ursprung noch erkennbar. In Deutschland des zehnten Jahrhunderts wurde dieser Name von der katholischen Kirche abgeschafft und schlicht zur Mitte der Woche, zum uns heute bekannten Mittwoch erklärt. Doch wurde 1976 der Wochenbeginn von Sonntag auf Montag verlegt, sodass diese Bezeichnung eigentlich nicht mehr korrekt ist.</p>
<p>Doch der Gewittertag, Donnerstag, ist schon an den Wettergott Jupiter vergeben. Für die Römer war er ihre oberste Gottheit und wurde „dies Lovis“ genannt. Bei den Germanen war Thor als Gewitter- und Wettergott bekannt und so wählten sie ihn mit „Donar“ als Namensgeber.</p>
<p>Der Freitag steht ganz im Zeichen der Liebe und der Schönheit. Bei den Germanen war es die Göttin Frija, auch Frigga genannt, die Schutzgöttin der Ehe, des Lebens und der Mutterschaft. Das römische Gegenstück ist die Liebesgöttin Venus, also „dies Veneris“.</p>
<p>Saturn war der römische Gott des Ackerbaus und Namensgeber für den Samstag. Im englischen Saturday, dem Tag des Saturns, ist diese Herkunft noch gut heraushörbar. In manchen Regionen wird der Samstag auch als Sonnabend bezeichnet. Hier ist der jüdische Sabbat im Spiel. Im Judentum ist es ein Tag der Ruhe und des Gebets, in westlich geprägten Kulturen wird jetzt der Anfang vom Wochenende gefeiert.</p>
<p><b>Göttlich inspirierte Monatsnamen</b></p>
<p>So ist der Januar dem römischen Gott Janus gewidmet, dem Gott des Anfangs und des Endes. Mit seinen zwei Gesichtern soll er in die Vergangenheit und in die Zukunft sehen können</p>
<p>Nach damaliger Tradition fand im Februar das römische Sühne- und Reinheitsritual Februa statt und so kam der Februar zu seinem Namen.</p>
<p>Der März verdankt seinen Namen dem römischen Kriegsgott Mars und war im frühen römischen Kalender der erste Monat des Jahres. Grund hierfür: der Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel.</p>
<p>Namensgeber für den April ist vermutlich Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe. Da die Natur in dieser Jahreszeit aus dem Winterschlaf erwacht und sich öffnet, könnte der Name auch auf das lateinische Wort „aperire“ (öffnen) zurückgehen.</p>
<p>Der Wonnemonat Mai ist nach der römischen Göttin der Fruchtbarkeit, von Maia inspiriert.</p>
<p>Juno, die römische Göttin der Ehe, lieh ihren Namen dem Monat Juni. Im Deutschen wird der Monat zur besseren Unterscheidung zum Juli mitunter auch heute noch Juno genannt.</p>
<p>Im frühen römischen Kalender war der Juli der fünfte Monat des Jahres und hieß deswegen einfach nur Quintilis („der Fünfte“). Später wurde mit der Bezeichnung Juli dem römischen Staatsmann Julius Caesar ein bleibendes Denkmal gesetzt.</p>
<p>Kaiser Augustus begann im August sein erstes Konsulat, und so ist auch dieser Monat einem römischen Staatsmann gewidmet.</p>
<p>Der Name September ist ein Überbleibsel einer Zeit, als das Jahr noch im März begann. So deutet sein aus dem Lateinischen „septem“ (sieben) abgeleiteter Name noch immer darauf hin, dass dieser Monat eigentlich der siebte Monat des Jahres sein sollte.</p>
<p>Auch beim Oktober ist diese Zeitrechnung noch erkennbar. Der Name leitet sich von dem lateinischen Wort für die Zahl acht ab: „octo“.</p>
<p>Beim November gingen unseren Vorfahren wohl die Götter aus, denn auch hier ist noch aus alter Zeitrechnung das lateinische Wort für die Zahl neun, also „novem“ erkennbar.</p>
<p>Der Dezember reiht sich an dieser Stelle mit ein. Dieser Name leitet sich vom lateinischen „decem“ ab und bedeutet „der Zehnte“.</p>
<p>Sprache ist lebendig und verändert sich, doch die innere Bedeutung, der Ursprung der Worte hat sich nicht verändert. Mit dem Kalendarium haben uns unsere Vorfahren ein Werkzeug hinterlassen, mit dem wir zuverlässig planen und leben können und nicht im uranfänglichen Chaos versinken.</p>
<p><em><img decoding="async" class="lazy" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/8702882e7f014337b1d2006ac6cced94" alt="" width="1" height="1" /></em></p>
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		<title>Benjamin Franklin: Die Kunst, sich selbst zu formen</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1396</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Aug 2018 08:02:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ich wünschte leben zu können, ohne irgendeinen Fehler zu irgendeiner Zeit zu begehen.“ Diese Worte schrieb ein junger Mann, der kaum Chancen im Leben hatte: Mit zehn Jahren musste er die Schule abbrechen, um Kerzen zu gießen und Seife zu rühren. Doch Benjamin Franklin gab sich mit diesem Schicksal nicht zufrieden. Ausgestattet mit einem unstillbaren<div class="read-more-wrapper"><a  href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1396" title="Read More"> <span class="nobutton"> [&#8230;] </span></a></div>]]></description>
		
		
		
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		<title>Omas Zimtkuchen</title>
		<link>https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1035</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Dec 2017 12:19:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Brot, Brötchen, Kuchen & Gebäck]]></category>
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		<category><![CDATA[Zimtkuchen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die alten Familienrezepte, die sich über Generationen hinweg bewährt haben und dadurch erhalten blieben, sind eben die Besten. Dieser wunderbar fruchtig-saftige Zimtkuchen ist einfach superlecker und das nicht nur zur Weihnachtszeit, aber da ganz besonders. Bei mir weckt dieser Kuchen Erinnerungen; Erinnerungen an kalte Wintertage, an Familie, Wärme und Geborgenheit und an eine große Tasse heiße Schokolade.<span id="more-1035"></span></p>
<p>Die Zutaten dieses Kuchens erzählen dabei ihre ganz eigene Geschichte. Zimt, eines der ältesten Gewürze der Welt, galt schon in der Antike als wertvoller Schatz. Sein süßlich-warmes Aroma steht sinnbildlich für Geborgenheit und wird seit jeher als Zutat für Festtagsgebäck geschätzt. Rosinen und Korinten, die dem Kuchen seine fruchtige Note verleihen, erzählen von alten Handelswegen und mediterranen Traditionen. Ihre Süße symbolisiert Freude und Wohlstand – eine wunderbare Ergänzung für ein Gebäck, das Glücksmomente schenkt. Und dann die Mandeln: Seit Jahrhunderten ein Symbol für Glück und Fruchtbarkeit, verleihen sie dem Kuchen nicht nur Geschmack, sondern auch eine besondere Bedeutung.</p>
<p>Der Kuchen erzählt mit jedem Bissen seine eigene Geschichte – von den Gewürzen und Früchten, die einst ferne Länder bereisten, und von besonderen Momenten mit den Liebsten.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><span style="text-decoration: underline;">Rezept für eine Gugelhupfform:</span></p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">250 g weiche Butter</li>
<li style="text-align: justify;">200 g Zucker</li>
<li style="text-align: justify;">250 g Mehl</li>
<li style="text-align: justify;">2 Eier</li>
<li>200 ml Milch</li>
<li style="text-align: justify;">1 Pck. Vanillezucker</li>
<li style="text-align: justify;">1 Pck. Backpulver</li>
<li style="text-align: justify;">2 EL Zimt</li>
<li style="text-align: justify;">125 g gemahlene Mandeln</li>
<li>50 g gehackte Mandeln</li>
<li style="text-align: justify;">75 g Korinten</li>
<li style="text-align: justify;">75 g Rosinen</li>
<li style="text-align: justify;">4 Tropfen Zitronenaroma oder 1 Pck. Zitronenaroma</li>
</ul>
<ol>
<li>Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.</li>
<li>Butter, Zucker und Vanillezucker cremig schlagen. Die Eier einzeln unterrühren.</li>
<li>Mehl mit Backpulver und Zimt mischen, abwechselnd mit der Milch unter die Butter-Zucker-Masse rühren.</li>
<li>Die restlichen Zutaten hinzugeben.</li>
<li>Den Teig in die vorbereitete Form geben und glattstreichen.</li>
<li>Im vorgeheizten Backofen ca. 45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!</li>
<li>Den Kuchen etwas abkühlen lassen, aus der Form stürzen und vollständig erkalten lassen.</li>
<li style="text-align: justify;">Mit Puderzucker oder Schokoladenglasur verzieren.</li>
</ol>
<p><span style="text-decoration: underline;">Guten Appetit!</span></p>
<div class="read-more-wrapper"><a  href="https://www.bettinas-jungbrunnen.de/archive/1035" title="Read More"> <span class="nobutton"> [&#8230;] </span></a></div>]]></description>
		
		
		
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